Revision 1.2: der Verstärker

NeXT Sound Box mini
2. Oktober 2026
PAP-026

Die Sound Box verstärkt mit einem PAM8302A und hat keinen Lastschalter vor ihm. Sie liefert 0,85 W an einen Lautsprecher mit acht Ohm und 1,70 W an einen mit vier. Von den drei Grenzen der USB-Spezifikation, die dieses Board betreffen, hält es zwei ein; die Kapazität an VBUS überschreitet es bewusst.

Inhalt

  1. Worauf die Zahlen beruhen
  2. Der Verstärker
  3. Der Pegel vom DAC bis zum Lautsprecher
  4. Was den Lastschalter ersetzt
  5. Versorgung, Entkopplung und Entstörung
  6. Die drei USB-Grenzen
  7. Was das Board kostet
  8. Was auf der Platine steht
  9. Was daraus nicht folgt
  10. Quellennachweis

Anhang

  1. Die geprüften Verstärker
  2. Die Rechnung
  3. Geprüfte Belege

1. Worauf die Zahlen beruhen

Dieses Dokument beschreibt die Schaltung, nicht ein gebautes Stück. Revision 1.2 ist gezeichnet, geroutet und als Fertigungssatz abgelegt, aber noch nicht gefertigt, also ist hier nichts gemessen. Wo datasheet steht, ist der Wert aus einem Datenblatt abgelesen, wo derived steht, folgt er daraus rechnerisch. Was erst ein bestücktes Board zeigen kann, steht in Abschnitt 9.

Die Bauteildaten kommen aus SBFS036B für den DAC1 und aus DS41333 Rev 6-2 für den Verstärker2. Die Preise und die Verfügbarkeit stammen aus dem Bauteilbestand von JLCPCB, abgefragt am 1. Oktober 2026. Die Werte der Eingangskette sind von Hand gerechnet und mit ngspice gegengerechnet, die Abmessungen und Abstände auf der Platine aus der Boarddatei ausgelesen.

2. Der Verstärker

U2 ist ein PAM8302AASCR von Diodes, ein Klasse-D-Verstärker im MSOP-8-Gehäuse, der ohne Ausgangsfilter direkt auf den Lautsprecher arbeitet. Er verträgt 2,0 bis 5,5 V im empfohlenen Bereich und 6,0 V als absolutes Maximum datasheet. Das ist der entscheidende Punkt bei der Auswahl gewesen, denn ein USB-Bus darf bis 5,25 V führen und der Verstärker hängt unmittelbar daran.

Die Rückkopplung sitzt im Chip. 150 kΩ Rückkopplungswiderstand und 10 kΩ interner Eingangswiderstand ergeben 23,5 dB als höchste Verstärkung. Senken lässt sie sich mit einem äusseren Widerstand vor dem Eingangspin, und das Datenblatt gibt die Formel dazu: Verstärkung gleich 150 kΩ geteilt durch die Summe aus 10 kΩ und diesem Widerstand datasheet. R16 und R17 sind dieser Widerstand und stehen auf 27 kΩ.

Der Abschaltpin heisst /SD und schaltet den Chip bei niedrigem Pegel ab. Er hängt unmittelbar an SSPND des DAC, und das passt ohne Umweg zusammen, weil auch SSPND bei niedrigem Pegel den Ruhezustand meldet. Die Pegel passen mit Abstand: der Verstärker erkennt hoch ab 1,2 V und niedrig bis 0,4 V, der DAC garantiert 2,4 V und 0,4 V bei zwei Milliampere Laststrom datasheet. Ein CMOS-Eingang zieht Mikroampere, also liegt der niedrige Pegel in Wirklichkeit bei wenigen Millivolt. Im Ruhezustand zieht der Verstärker höchstens 1 µA.

Dieselbe Verbindung erledigt noch etwas. Das Datenblatt empfiehlt, /SD erst eine bis hundert Millisekunden nach der Versorgung freizugeben, damit es beim Einschalten nicht knackt. SSPND steigt erst, wenn der DAC am Bus angemeldet ist, und das dauert ein Vielfaches davon. Die Reihenfolge ergibt sich also von selbst.

3. Der Pegel vom DAC bis zum Lautsprecher

Der DAC gibt an VOUTL und VOUTR 0,55 mal seine analoge Versorgung als Spitze-Spitze-Spannung aus. Diese Versorgung erzeugt der Chip selbst und sie liegt zwischen 3,2 und 3,5 V, dazu kommt ein Verstärkungsfehler von bis zu acht Prozent datasheet. Daraus folgt ein Ausgangspegel zwischen 0,5725 und 0,7350 V effektiv, typisch 0,6514 V derived.

Zwischen DAC und Verstärker steht ein passiver Summierer aus R8 und R9, der die beiden Kanäle zu einem zusammenfasst, dahinter der Koppelkondensator C11 und schliesslich R16. Die ganze Kette verstärkt vierfach, und ngspice bestätigt den von Hand gerechneten Wert auf vier Stellen.

Tabelle 1 Pegel und Leistung an beiden Lastwiderständen
FallDACLautsprecheran 8 Ωan 4 Ω
niedrigster0,5725 V2,289 V0,655 W1,310 W
typisch0,6514 V2,605 V0,848 W1,696 W
höchster0,7350 V2,939 V1,080 W2,160 W

Die Verstärkung ist so gewählt, dass auch das ungünstigste Exemplar an acht Ohm nicht übersteuert. Der PAM8302A liefert an acht Ohm und fünf Volt garantiert 1,15 W bei einem Prozent Klirrfaktor und typisch 1,30 W datasheet. Die oberste Zeile der Tabelle bleibt mit 1,080 W unter dem garantierten Wert, und zwar nicht nur unter dem typischen. An vier Ohm gilt das nicht mehr: dort garantiert der Chip 1,80 W und schafft typisch 2,00, sodass ein Exemplar am oberen Rand bei voller Aussteuerung in die Begrenzung läuft.

Was die Versorgungsspannung daraus macht

Die Leistung steigt und fällt mit dem Quadrat der Versorgungsspannung. Die USB-Spezifikation sichert einem Gerät, das mehr als eine Lasteinheit zieht, am Stecker 4,75 V zu3. Dort sinkt die garantierte Grenze an acht Ohm auf 1,04 W und an vier Ohm auf 1,63 W derived. Bei den nominellen fünf Volt sind es 1,15 und 1,80 W. An einem langen Kabel oder einem schwachen Hub klirrt die Box bei voller Lautstärke also früher.

C11 und C21 stehen auf 220 nF, und das Datenblatt nennt genau diesen Bereich: zwischen 0,1 und 0,22 µF für den Koppelkondensator am Eingang datasheet. Zusammen mit den 37 kΩ dahinter ergibt das eine untere Grenzfrequenz von 19,6 Hz, bei hundert Hertz fehlen noch 0,16 dB derived. Ein grösserer Kondensator brächte nichts, was ein kleiner Lautsprecher wiedergeben könnte. Beide Werte müssen gleich bleiben, damit die zwei Eingangszweige den gleichen Gleichstrompfad haben.

Die Last, die ein DAC-Kanal dabei sieht, liegt bei 75 kΩ. Das Datenblatt verlangt für einen Line-Ausgang mindestens 10 kΩ datasheet.

Wie laut die Box wird, entscheidet das Chassis, und zwar deutlicher als alles, was sich an der Elektronik einstellen lässt. Der Verstärker ist eine Spannungsquelle: er liefert bei voller Aussteuerung 2,605 V an die Klemmen, unabhängig davon, was dort hängt. An acht Ohm sind das 0,85 W, an vier Ohm doppelt so viel und damit drei Dezibel mehr.

Tabelle 2 Was vier Chassis aus dieser Spannung machen
ChassisZKennschalldruckLeistung1 m0,5 mBelastbarkeit
VISATON BF 378 Ω74 dB0,85 W73 dB79 dB5 W
VISATON FR 588 Ω81 dB0,85 W80 dB86 dB10 W
Tectonic TEBM28C10-44 Ω80 dB1,70 W82 dB88 dB10 W
Tectonic TEBM35C10-44 Ω80 dB1,70 W82 dB88 dB10 W

Alle vier Hersteller beziehen ihren Kennschalldruck auf ein Watt und einen Meter, die Zahlen sind also unmittelbar vergleichbar datasheet4567. Die Spalte für einen halben Meter ist der Pegel am Schreibtisch im Freifeld. Zwischen dem leisesten und dem lautesten Chassis liegen neun Dezibel, und keines der vier kommt in die Nähe seiner Belastbarkeit. Der Verstärker ist in jedem Fall die Grenze, und am Chassis liegt der ganze Unterschied.

Ein Chassis mit vier Ohm kostet zweierlei. Das Board zieht dann 423 statt 224 mA, und der Verstärker setzt bei voller Dauerleistung 0,30 statt 0,15 W in Wärme um, was im MSOP-8-Gehäuse 54 statt 27 K Erwärmung bedeutet derived. Bei Musik tritt das nicht ein, weil der Mittelwert um Grössenordnungen darunter liegt. Bei einem Dauerton auf voller Lautstärke greift irgendwann die Übertemperaturabschaltung, die ab 120 °C Sperrschichttemperatur auslöst datasheet.

An der Platine ändert sich für vier Ohm nichts. Die Leiterbahnen tragen es: die Audio-Klasse mit 0,4 mm erlaubt nach IPC-2221 1,23 A, und an vier Ohm fliessen 0,65 A derived.

4. Was den Lastschalter ersetzt

Ein Lastschalter vor dem Verstärker hätte drei Aufgaben: die Verstärkerversorgung im Ruhezustand abzuwerfen, den Einschaltstrom der Kondensatoren zu begrenzen und den Strom nach oben zu deckeln. Der PAM8302A erledigt die erste mit seinem eigenen Abschaltpin und die dritte mit seiner eingebauten Kurzschluss-, Übertemperatur- und Unterspannungsabschaltung, die sich alle von selbst wieder lösen datasheet. Die zweite betrifft die Kapazität an VBUS, und dazu steht alles in Abschnitt 6.

Damit spart das Board ein Bauteil, das bei JLCPCB als Extended geführt wird und deshalb nicht nur 0,538 USD je Stück kostet, sondern einmal je Bestellung eine Rüstgebühr auslöst.

R15 bleibt deswegen wichtig. Er zieht SSPND nach Masse und hält damit /SD niedrig, solange der DAC stromlos ist. Das ist beim Beschreiben des Speicherbausteins der Fall, bei dem die Platine über J1 mit 3,3 Volt versorgt wird und über den Regler etwa 2,6 V auf die Fünf-Volt-Schiene zurückspeist. Der Verstärker läuft bei dieser Spannung an, denn seine Unterspannungsabschaltung löst erst unter 2,1 V aus datasheet. Ohne R15 wäre sein Abschaltpin dabei offen.

5. Versorgung, Entkopplung und Entstörung

Das Datenblatt verlangt an der Versorgung des Verstärkers zwei Kondensatoren mit verschiedenen Aufgaben: einen Keramikkondensator von einem Mikrofarad so nah wie möglich am Versorgungspin für die schnellen Spitzen, und zehn Mikrofarad oder mehr in der Nähe für den langsamen Anteil datasheet. C23 ist der erste und C22 der zweite.

Dieser Vorrat ist nicht Beiwerk. Der Verstärker entnimmt seinen Strom im Takt von 250 kHz aus derselben Schiene, aus der auch der DAC seine internen Regler speist, und diese Regler setzen den analogen Ausgangspegel. Ohne lokalen Vorrat würde der Verstärker die Spannung bewegen, die seinen eigenen Eingangspegel bestimmt.

Am VBUS-Pin des DAC steht C1 mit 2,2 µF in 6,09 mm Entfernung derived. Das ist für diesen Pin der richtige Partner, denn bei 250 Kilohertz hat ein Mikrofarad-Kondensator eine zehnfach niedrigere Impedanz als ein Hundert-Nanofarad-Typ, und die paar Millimeter Leitung dazwischen fallen bei dieser Frequenz nicht ins Gewicht.

L2 und L3 sitzen in den beiden Lautsprecherleitungen zwischen dem Verstärker und der Buchse. Es sind Ferrite mit 120 Ω bei hundert Megahertz, 2 A Nennstrom und 50 mΩ Gleichstromwiderstand. Das Datenblatt verlangt sie für die meisten Anwendungen und zeigt die Schaltung dazu datasheet. Ein filterloser Klasse-D-Verstärker legt seine Rechteckflanken unmittelbar auf die Lautsprecherleitung, und die verlässt hier die Platine, wo sie als Antenne wirkt. Die Ferrite dämpfen ab etwa einem Megahertz und lassen das Audiosignal unberührt, denn ihre 50 mΩ stehen gegen vier Ohm Last.

6. Die drei USB-Grenzen

Das Board meldet sich als busgespeistes Gerät mit voller Stromaufnahme an, also mit 500 mA im Deskriptor. Damit gelten drei Zahlen: der Strom im Betrieb, der Strom im Ruhezustand und die Kapazität an VBUS.

Tabelle 3 Die drei Grenzen und wie das Board dazu steht
GrenzeerlaubtBoardStand
Strom im Betrieb, acht Ohm500 mA224 mAeingehalten
Strom im Betrieb, vier Ohm500 mA423 mAeingehalten
Strom im Ruhezustand2,5 mA0,43 mAeingehalten
Kapazität an VBUS10 µF27,1 µFüberschritten

Die Stromangaben gelten für volle Aussteuerung mit einem Dauerton und für ein Board aus typischen Bauteilen. Der Verstärker setzt dabei 85 % der aufgenommenen Leistung in Schallleistung um, der DAC zieht 23 mA und die Leuchtdiode etwa ein Milliampere datasheet. An acht Ohm kommen so 224 mA zusammen, an vier Ohm 423 mA. Ein Board, bei dem jede Toleranz ungünstig steht, zieht an acht Ohm 303 mA und an vier Ohm 573 mA derived. Der letzte Fall liegt über der Grenze, verlangt aber gleichzeitig volle Aussteuerung, den höchsten DAC-Pegel und den schlechtesten Wirkungsgrad, und bei dieser Aussteuerung begrenzt der Verstärker an vier Ohm ohnehin schon.

Der Ruhestrom ist in Tabelle 4 aufgeschlüsselt, weil er sich nicht aus einem einzigen Bauteil ergibt. Die Spezifikation verlangt ausdrücklich, dass der Strom durch die Abschlusswiderstände des Busses mitzählt8.

Tabelle 4 Woraus sich der Strom im Ruhezustand zusammensetzt
Postentypischungünstig
Abschlusswiderstand an D+ gegen den Pulldown des Hosts0,20 mA0,22 mA
DAC im Ruhezustand0,15 mA0,20 mA
CC-Widerstand gegen den 56-kΩ-Widerstand im Kabel0,08 mA0,09 mA
Summe0,43 mA0,51 mA

Weder die Leuchtdiode noch der Verstärker stehen in dieser Tabelle. Der Verstärker fällt auf ein Mikroampere, sobald sein Abschaltpin niedrig liegt, und die Leuchtdiode hängt am selben Signal: Q1 schaltet sie, und SSPND steuert dessen Basis über R23. Im Ruhezustand ist sie dunkel. Übrig bleiben die beiden Abschlusswiderstände des Busses und der DAC selbst, und das ist ein Fünftel dessen, was erlaubt wäre.

Damit sagt die Leuchtdiode etwas Brauchbares: sie leuchtet, wenn der Rechner das Gerät angemeldet hat und der Bus läuft. Sie bleibt dunkel, wenn das Kabel steckt und die Anmeldung scheitert, und das ist genau der Fall, den man sucht, wenn nichts zu hören ist.

Die Kapazität an VBUS ist die eine Grenze, die das Board bewusst überschreitet. Erlaubt sind zehn Mikrofarad, vorhanden sind 27,1, wobei jeder Kondensator hinter einem Regler mit seiner eigenen Spannung geteilt durch fünf Volt zählt derived. Die Aufschlüsselung steht in Anhang B. Unmittelbar an der Busleitung hängen davon 14,4 µF.

Die Grenze schützt den Gastgeber vor dem Stromstoss beim Anstecken. Die Spezifikation formuliert sie als Lastmodell, nämlich zehn Mikrofarad parallel zu 44 Ohm, und begründet sie mit dem erlaubten Spannungseinbruch am Hub von 330 Millivolt3. Wer mehr Kapazität braucht, soll nach demselben Abschnitt eine Strombegrenzung einbauen, die sich wie dieses Modell verhält.

Dieses Board tut das nicht, und zwar aus zwei Gründen. Der eine ist der Gastgeber: ein Raspberry Pi 5 stellt mit dem offiziellen Netzteil 1,6 A für alle Anschlüsse zusammen bereit9, und derselbe Abschnitt der Spezifikation verlangt von jedem Hub mindestens 120 µF eigenen Vorrat, also mehr als das Vierfache dessen, was hier geladen werden muss. Die Ladung, um 27 µF auf fünf Volt zu bringen, beträgt 135 µC. Der andere Grund ist der Preis einer Strombegrenzung: sie liegt in Reihe zur Versorgung und kostet dauerhaft Spannung, und die Ausgangsleistung hängt vom Quadrat eben dieser Spannung ab.

Wann diese Entscheidung neu zu treffen ist

Sie gilt für eine Box am eigenen Schreibtisch an einem Raspberry Pi. Sie gilt nicht an einem passiven Hub mit mehreren Geräten daran, und sie gilt nicht für ein Gerät, das verkauft wird und eine Zertifizierung braucht. In beiden Fällen gehört eine Einschaltstrombegrenzung auf das Board.

7. Was das Board kostet

Der Verstärker kostet 0,319 USD. Der Lastschalter mit 0,538 und acht Kondensatoren und Widerstände mit zusammen rund 0,30 entfallen, und der vorher eingesetzte Verstärker kostete 3,008. Dagegen stehen zwei Ferrite, der Transistor Q1 mit 0,011, sein Basiswiderstand und die geänderten Werte einiger Widerstände und Kondensatoren. Zusammen bleiben die unter 0,10 USD, denn alle sind Basic Parts und lösen keine weitere Rüstgebühr aus.

Unterm Strich sind das mindestens 3,40 USD je Board weniger als in der Fassung davor, bei fünf Boards also rund 16 EUR. Dazu kommt eine Rüstgebühr von etwa 3,30 EUR, die einmal je Bestellung anfällt und mit dem Lastschalter entfällt. Vier Bauteile bleiben Extended: der DAC, der Verstärker, die USB-C-Buchse und der Schutzbaustein.

Bei fünf Boards landet der Preis damit bei rund 20 EUR je Stück, Zoll und Versand eingerechnet. Mehr ist bei dieser Stückzahl nicht herauszuholen, weil über die Hälfte des Preises aus festen Posten besteht.

8. Was auf der Platine steht

Die Platine misst 75,05 mal 30,05 mm und hat zwei Kupferlagen. Die Angaben in der Spalte Feld sind Planquadrate des Rasters, das das GridRef-Plugin über die Platine legt.

Tabelle 5 Die Bauteile der Verstärkerstufe
TeilFeldAufgabe
U2E7PAM8302A im MSOP-8
R16F727 kΩ vor IN+, setzt die Verstärkung
R17F727 kΩ vor IN−, gleicher Wert im zweiten Zweig
C11F8220 nF Koppelkondensator vom Summierer
C21F6220 nF im Zweig gegen Masse
C22D610 µF Vorrat an der Versorgung
C23D81 µF unmittelbar am Versorgungspin
L2F8Ferrit in SPK+
L3D9Ferrit in SPK−
R15J1710 kΩ, zieht SSPND und damit /SD nach Masse
H1K6JST-PH-Buchse für den Lautsprecher

Die Statusanzeige sitzt daneben an der Unterkante und besteht aus vier Teilen: R1 mit 2,2 kΩ im Feld K10, LED1 in K11, der Transistor Q1 in K12 und sein Basiswiderstand R23 mit 27 kΩ in L12. Dort läuft SSPND ohnehin vorbei, sodass keine Leitung quer über die Platine nötig ist.

Tabelle 6 Was die Leuchtdiode anzeigt
ZustandSSPNDLED1
Kabel abkeine Spannungdunkel
Kabel dran, Anmeldung am Rechner scheitertniedrigdunkel
angemeldet und betriebsbereithochleuchtet
Bus im Ruhezustandniedrigdunkel
Speicherbaustein wird über J1 beschriebenniedrigdunkel

Die Netzklassen sind GND, Power und Power3V3 mit 0,35 mm, Audio mit 0,4 mm, USB mit 0,25 mm und Default mit 0,2 mm. Die beiden Verstärkerausgänge liegen in der Audio-Klasse, vom Chip bis zur Buchse durchgehend 0,4 mm breit.

Elf Prüfpunkte sind bestückungsfrei auf das Board gesetzt, darunter TP10 für die interne Versorgung des DAC und TP11 und TP12 für dessen beide Ausgänge. Sie stehen zusammen mit H1 weder in der Stückliste noch in der Bestückungsdatei.

9. Was daraus nicht folgt

Die Zahlen oben sind gerechnet und beschreiben ein Board, das es noch nicht gibt. Sie sagen, dass die Schaltung in jeden Grenzfall passt, den die Datenblätter aufspannen. Sie sagen nicht, wie die Box klingt.

Drei Dinge zeigt erst ein gebautes Stück. Ob der Übergang von Ruhe auf Betrieb hörbar knackt, hängt davon ab, wie der Chip seine Eingänge im abgeschalteten Zustand vorspannt, und das steht in keinem Datenblatt. Ob die hochohmige Leitung zwischen Summierer und Verstärker Störungen des Klasse-D-Ausgangs aufnimmt, hängt an der Leitungsführung. Und ob ein Watt für den Lautsprecher im gedruckten Gehäuse genug ist, ist eine Frage an das Ohr und nicht an die Rechnung.

Die Angaben zum Wirkungsgrad sind der schwächste Punkt der Stromrechnung. Das Datenblatt nennt 85 % als typischen Höchstwert über den ganzen Aussteuerbereich, nicht als Wert bei voller Aussteuerung, und eine Kurve für genau diese Last und diesen Pegel gibt es dort nicht. Die Ströme in Tabelle 3 sind damit auf wenige Prozent genau und nicht besser.

Quellennachweis

Elf Quellen, in der Reihenfolge ihres Auftretens.

  1. Texas Instruments (2015): PCM2704C, PCM2705C, PCM2706C, PCM2707C. Stereo Audio DAC With USB Interface, Single-Ended Headphone Output And S/PDIF Output. SBFS036B, Mai 2015, überarbeitet August 2015. Volltext gelesen Quelle↩
  2. Diodes Incorporated (2021): PAM8302A. 2.5W Filterless Class-D Mono Audio Amplifier. Dokument DS41333 Rev. 6-2, Mai 2021. Volltext gelesen Quelle↩
  3. USB Implementers Forum (2000): Universal Serial Bus Specification Revision 2.0. Abschnitt 7.2.2 für das Spannungsbudget und Abschnitt 7.2.4.1 für Einschaltstrom und Kapazität. Volltext gelesen Quelle↩↩
  4. VISATON GmbH & Co. KG: BF 37. Breitband-Lautsprecher 37 mm. Datenblatt zur Artikelnummer 2261, Zeichnung vom 5. Oktober 2018. Volltext gelesen Quelle↩
  5. VISATON GmbH & Co. KG: FR 58. Breitband-Lautsprecher 58 mm. Datenblatt zu den Artikelnummern 2204 und 2205. Volltext gelesen Quelle↩
  6. Tectonic Elements: TEBM28C10-4/A. Miniature BMR Driver Data Sheet. Dokument DS-TEBM28C10-4/A, Revision 1.9. Volltext gelesen Quelle↩
  7. Tectonic Elements: TEBM35C10-4. Miniature BMR Driver Data Sheet. Dokument DS-TEBM35C10-4, Revision 1.0. Volltext gelesen Quelle↩
  8. USB Implementers Forum: USB Engineering Change Notice: Suspend Current Limit Changes. Hebt den Ruhestrom für alle Geräte auf 2,5 mA und verlangt, den Strom durch die Abschlusswiderstände mitzurechnen. Volltext gelesen Quelle↩
  9. Raspberry Pi Ltd: USB Power Delivery on Raspberry Pi 5. Whitepaper RP-009856-WP-1. Volltext gelesen Quelle↩
  10. USB Implementers Forum (2026): USB Type-C Cable and Connector Specification Release 2.5. Der Widerstand Rp mit 56 kΩ im Stecker eines Kabels von USB-A auf USB-C. Volltext gelesen Quelle↩
  11. LCSC Electronics: KT-0805G, Hubei KENTO Electronics. Artikel C2297, Durchlassspannung 2,6 bis 3,1 V bei 5 mA. Volltext gelesen Quelle↩

Anhang

Die geprüften Alternativen, die Rechnung und die Fundstellen. Für die Aussagen oben braucht man das hier nicht.

A. Die geprüften Verstärker

Vier Bausteine kamen in die engere Wahl, drei fielen an einem einzelnen Punkt durch.

Tabelle 7 Warum die Alternativen ausscheiden
BausteinBefund
NS4890CKlasse AB. Bei 1,3 W an acht Ohm fallen 0,63 W im Chip an, und bei 140 K/W Wärmewiderstand sind das 89 K Erwärmung.
NS4150BAbsolutes Maximum der Versorgung 5,25 V, empfohlen bis 5,0. Ein USB-Bus darf genau 5,25 V führen, es bleibt also kein Abstand.
NS4160Der Steuerpin wird mit Impulsen bedient: eine steigende Flanke wählt Klasse AB, zwei aufeinanderfolgende wählen Klasse D. Ein statisch hoher Pegel von SSPND erzeugt eine Flanke und damit Klasse AB.
PAM8302Agewählt

B. Die Rechnung

Die Kette vom DAC zum Verstärker ist ein passiver Summierer vor einem Differenzeingang. Mit 22 Ω Vorwiderstand je Kanal, R8 und R9 zu je einem Kilohm, R16 zu 27 kΩ und dem internen Zehnkilohm ergibt sich die Ausgangsspannung als das Doppelte des Rückkopplungswiderstands mal der DAC-Spannung, geteilt durch die Summe aus einem Summiererzweig und dem Doppelten eines Eingangszweigs.

a = 1000 + 22        = 1022 Ω      ein Summiererzweig
b = 27000 + 10000    = 37000 Ω     ein Eingangszweig
V = 2 · 150000 · V_dac / (a + 2b)  = 3,9988 · V_dac

ngspice liefert für dieselbe Schaltung bei einem Kilohertz 3,9981 und bei zwanzig Kilohertz 3,9989. Bei hundert Hertz fehlen 0,16 dB und bei zwanzig Hertz 2,85 dB. Die Impedanz, die eine Quelle dabei treibt, beträgt 75,04 kΩ und entspricht damit dem gerechneten Wert von 75022 Ω.

Tabelle 8 Kapazität an VBUS, jeder Posten mit seiner Spannung gewichtet
PostenWertSpannungwirksam
C1, C19, C22, C23, C26, C27 an der Busleitung14,4 µF5,0 V14,40 µF
C16, C18 hinter U310,1 µF3,3 V6,67 µF
C4, C5, C7, C8 hinter dem internen Regler4,0 µF3,35 V2,68 µF
C6 an VCOM10,0 µF1,675 V3,35 µF
Summe27,10 µF

Der Strom an D+ folgt aus dem Abschlusswiderstand von 1,5 kΩ gegen den Pulldown von 15 kΩ im Host, der an CC aus 5,1 kΩ auf dem Board gegen 56 kΩ im Kabel10. Im Betrieb kommt die Leuchtdiode dazu, deren Strom aus R1 mit 2,2 kΩ und einer Durchlassspannung von 2,6 bis 3,1 V11 folgt, also etwa ein Milliampere.

C. Geprüfte Belege

Tabelle 9 Aussagen dieses Dokuments und ihre Fundstellen
AussageFundstelle
Versorgungsbereich und absolutes Maximum des VerstärkersDS41333 Rev. 6-2, Seiten 2 und 3
Verstärkung über einen äusseren Widerstand einstellbarDS41333 Rev. 6-2, Seite 7, Abschnitt Maximum Gain
Ausgangsleistung an acht und an vier Ohm bei fünf VoltDS41333 Rev. 6-2, Seite 3, Electrical Characteristics
Koppelkondensator am Eingang zwischen 0,1 und 0,22 µFDS41333 Rev. 6-2, Seite 7, Abschnitt Input Capacitor
Schaltschwellen und Ruhestrom des AbschaltpinsDS41333 Rev. 6-2, Seite 3
Zwei Kondensatoren an der Versorgung, ein Mikrofarad und zehnDS41333 Rev. 6-2, Seite 8, Abschnitt Power Supply Decoupling
Ferrite in den Lautsprecherleitungen gegen StörabstrahlungDS41333 Rev. 6-2, Seite 8, Abschnitt How to Reduce EMI mit Figur 1
Freigabe des Abschaltpins ein bis hundert Millisekunden nach der VersorgungDS41333 Rev. 6-2, Seite 8, System Start-up Timing Recommendation
Unterspannungsabschaltung bei 2,1 VoltDS41333 Rev. 6-2, Seite 8, Abschnitt Undervoltage Lockout
Übertemperaturabschaltung ab 120 °C, Wärmewiderstand des MSOP-8 180 K/WDS41333 Rev. 6-2, Seiten 2 und 3
Ausgangsspannung des DAC als 0,55 mal die analoge VersorgungSBFS036B, Seite 9, Analog Output
Interne Versorgung 3,2 bis 3,5 Volt im busgespeisten BetriebSBFS036B, Seite 10, Power Supply Requirements mit Fussnote 7
Verstärkungsfehler bis acht ProzentSBFS036B, Seite 8, DC Accuracy
Kleinste Last am Line-Ausgang zehn KilohmSBFS036B, Seite 9, Load impedance
Stromaufnahme im Betrieb und im Ruhezustand, busgespeistSBFS036B, Seite 10, Power dissipation (bus-powered)
SSPND ist aktiv niedrigSBFS036B, Seite 5, Pin Functions
Ausgangspegel von SSPND, 2,4 Volt hoch und 0,4 Volt niedrig bei zwei MilliampereSBFS036B, Seite 8, Output Logic
Mindestens 4,75 Volt am Stecker für ein Gerät über einer LasteinheitUSB 2.0, Abschnitt 7.2.2
Zehn Mikrofarad als Lastmodell, 330 Millivolt Einbruch, 120 µF je HubUSB 2.0, Abschnitt 7.2.4.1
2,5 mA im Ruhezustand, Abschlusswiderstände eingerechnetSuspend Current ECN, Änderung zu Abschnitt 7.2.3
56 kΩ im Stecker eines Kabels von USB-A auf USB-CUSB Type-C R2.5, Abschnitt 4.5.1.3
Abstände, Planquadrate und Abmessungen der PlatineBoarddatei, ausgelesen am 2. Oktober 2026
Preise und Verfügbarkeit aller genannten BauteileBauteilbestand von JLCPCB, abgefragt am 1. Oktober 2026