Die Spendentexte von lmaa.space, gegen die Forschung gelesen
Vier Texte, sechs Mechanismen, und die unbequeme Erkenntnis, dass zwei der am häufigsten empfohlenen Kniffe hier messbar schaden.
Inhalt
1. Wie dieses Dokument zu lesen ist
Jede Aussage hier trägt eine Evidenzstufe. Das ist kein Zierrat, sondern der eigentliche Punkt: In der Spendenliteratur sind mehrere der bekanntesten Effekte unter Vorregistrierung zusammengebrochen, und ein Vorschlag ohne Angabe seiner Belastbarkeit ist eine Meinung mit Fußnote.
| Stufe | Bedeutung |
|---|---|
| belastbar | Feldexperiment mit echtem Geld, große Stichprobe, repliziert oder vorregistriert. |
| schwach | Labor, hypothetisches Geld, kleine Stichprobe, oder Replikationsprobleme. |
| dagegen | Die Evidenz spricht gegen das, was üblicherweise empfohlen wird. |
| unerforscht | Keine belastbare Studie gefunden. Eine Vermutung bleibt eine Vermutung. |
Die drei Quellensammlungen mit allen Stichproben, Effektstärken und Zugriffsvermerken stehen unter Spendenpsychologie, Felddaten und Verkaufstexte; die englischen Originale liegen daneben im Ordner sources/.
Dieses Dokument ist auf Deutsch, abweichend von der sonstigen Repository-Sprache. Sein Gegenstand sind deutsche Texte und sein Ergebnis sind deutsche Textvorschläge; eine englische Fassung mit überwiegend deutschen Zitaten wäre schwerer zu benutzen.
2. Sechs Mechanismen, die hier wirken
2.1 Warm Glow schlägt Wirkungsbericht
belastbar
Der stärkste Feldbefund dieser ganzen Recherche stammt von List, Murphy, Price und James1. Sie verschickten Postkarten an 540.000 Menschen in Alaska, randomisiert über zwei Sprüche. Der eine betonte, was der Geber davon hat, der andere, was die Empfänger davon haben.
Der Geber-Nutzen brachte 6,6 % mehr Spender und 23 % mehr Geld, noch ein Jahr später messbar. Der Empfänger-Nutzen bewirkte nichts Signifikantes.
Warum das lehrreich ist: Fast jeder Spendentext, auch deiner, erklärt die Lage des Projekts. Das ist Empfänger-Nutzen. Was messbar wirkt, ist der Satz darüber, wie es sich anfühlt, dabei zu sein. Das ist keine Manipulation, sondern eine Verschiebung der Perspektive vom Sender zum Leser. Mehr dazu unter Selbstbezug.
2.2 Die unterste Sprosse entscheidet, ob; die oberste, wie viel
belastbar
Zwei Studien aus entgegengesetzten Richtungen kommen zur selben Regel. Reiley und Samek2 hoben in 20.512 Briefen die gesamte Leiter um 20 bis 40 Prozent an: Die Antwortrate fiel um 16 bis 23 Prozent, der einzelne Betrag blieb gleich, der Umsatz je Anschreiben fiel um 26 %.
Ekström3 ließ bei 63.494 Personen die unterste Sprosse bei 10 Dollar und ergänzte oben 250 und 500: Die Antwortrate verdoppelte sich etwa, und der Anteil derer, die genau 100 gaben, verdreifachte sich.
Die Lehre: Wer mehr Geld will, ergänzt oben. Wer die Beteiligung nicht verlieren will, fasst unten nichts an. Ausführlich unter Anchoring.
2.3 Emoji neben einer Spendenentscheidung
dagegen
Grodeck und Grossman4 haben das direkt gemessen: zwei vorregistrierte Experimente, 3.947 Teilnehmer, echtes Geld. Kein Effekt auf die Häufigkeit, aber der statische Daumen-hoch senkte den gespendeten Betrag um rund 25 % (p = 0,014). Bemerkenswert ist, dass die Autoren Äquivalenztests gerechnet haben, statt sich auf ein nacktes Nullergebnis zu berufen.
Wichtig ist die Abgrenzung: Informelle Anrede ist etwas anderes und geht in die Gegenrichtung. Ein Experiment von Radboud und Maastricht, 5 stellte 220 Personen einen Spendenaufruf mit informellem oder förmlichem Pronomen vor. Das informelle brachte höhere Spendenbereitschaft. Duzen ja, Emoji an der Entscheidung nein. Mehr unter Emoji.
2.4 Selbstbezug hat eine Obergrenze
schwach
Dass ein Text die eigene Nutzung des Lesers benennt, erhöht die Verarbeitungstiefe. Burnkrant und Unnava6 benennen aber die Grenze: Selbstbezug hilft, wenn die Argumente stark sind, und wenn er „in Gegenwart anderer Variablen erhöht wird, die die Elaboration ebenfalls steigern, wird der günstige Effekt abgeschwächt oder kehrt sich um“.
Das ist genau die Lage auf my-shops: Wer dort steht, hat Shops gemerkt, ist also bereits beteiligt und denkt ohnehin nach. Der Selbstbezug ist dort kein zusätzlicher Hebel, sondern läuft Gefahr, einer zu viel zu sein.
2.5 Verlust gegen Gewinn: nichts
dagegen
Zwei Metaanalysen, Xu und Huang7 mit r = 0,002 bei 40 Studien und 9.298 Personen, sowie die Meta-Übersicht von Saeri und Kollegen8 mit r = −0,01 bei 25 Studien. Zum Vergleich: Der Durchschnittseffekt irgendeiner Spendenintervention liegt bei r = 0,08. An dieser Schraube zu drehen lohnt nicht, und wer es doch tut, optimiert Rauschen. Siehe Rahmung.
2.6 Zu oft fragen kostet außerhalb der Spendenzahlen
belastbar
Damgaard und Gravert9: Erinnerungen erhöhen die Spenden und die Abmeldungen. Für die Organisation ein Nettogewinn von 0,18 Dollar je Erinnerung, für die Nicht-Geber ein Verlust von 2,35 Dollar.
Adena und Huck10 fanden bei einem Opernhaus, dass Kunden nach aufdringlicher Online-Werbung in der Folgesaison weniger Karten kauften. Der Schaden fällt dort an, wo man nicht hinsieht: bei denen, die nicht spenden, und in der Zeit nach der Kampagne. Siehe Reaktanz.
3. Die vier Texte im Einzelnen
3.1 Shop-Detailseite
Was gut ist. Der Dank steht vor der Bitte und ist an keine Bedingung geknüpft. Genau in dieser Richtung wirkt Reziprozität; als Preis für eine Spende kippt sie ins Gegenteil, sechsfach im Labor und einmal im Feld belegt (siehe Spendenpsychologie, Abschnitt Reziprozität).
Drei Einwände.
- „Wir leben von Deiner Unterstützung“ gibt es kein Wir. Das Projekt hat einen Entwickler, und die Seite sagt an anderer Stelle „die Zeit, die ich hineinstecke“. Der Wechsel fällt auf. Ob „wir“ oder „ich“ besser konvertiert, ist unerforscht; dass ein Text in sich stimmen sollte, ist keine Frage der Konversion.
- Die Überschrift verlangt den größten Schritt. „Werde Sponsor“ ist die teuerste der drei Möglichkeiten, hier aber die einzige genannte. Sponsor beginnt bei 45 €.
- Kein Geber-Nutzen. Drei Sätze über die Lage des Projekts, keiner darüber, was der Leser davon hat. Das ist der Mechanismus mit dem größten belegten Effekt, und er kommt nicht vor.
Drei Varianten
Alle drei setzen den Dank in die Überschrift, wo er zuerst gelesen wird, streichen das „Wir“ und ersetzen „Sponsor“ durch den allgemeinen Weg. Der jeweils letzte Satz ist der Geber-Nutzen. A ist am nächsten am jetzigen Ton, B nimmt die Kostentransparenz aus 4.2 mit hinein, C ist die kürzeste und drängt am wenigsten.
3.2 Meine Shops
Was gut ist. Der Selbstbezug über {shops} ist die richtige Idee am richtigen Ort, und der letzte Satz ist die eleganteste Formulierung der drei Texte.
Zwei Einwände. „Oh, du scheinst … zu mögen“ unterstellt dem Leser ein Gefühl. Das ist die Form, die Reaktanz auslöst, weil sie eine Deutung vorwegnimmt, die der Leser selbst treffen müsste. Und der Button trägt ein Emoji, also genau dort, wo der gemessene Schaden liegt.
Drei Varianten
A nennt die Tatsache statt der Deutung und behält den Selbstbezug. B verbindet ihn mit der Arbeit dahinter, was ihn begründet statt ihn nur zu behaupten. C ist der Gegenentwurf: Er verzichtet ganz auf den Selbstbezug, was nach Burnkrant und Unnava für diese Leser sogar die sicherere Wahl sein kann, weil sie ohnehin schon beteiligt sind. Wenn du eine Variante messen willst, ist A gegen C das interessanteste Paar.
3.3 Kategorien-Raster
Der schwächste der drei Texte, aus drei Gründen gleichzeitig. Die Suggestivfrage: Für Frage-Überschriften auf Spendenseiten gibt es keinen einzigen Feldtest, wohl aber die Vorhersage des Elaboration-Likelihood-Modells, und die ist für einen bereits beteiligten Leser negativ. Der Wechsel der Anrede innerhalb von zwei Sätzen: „von Euch“, „von Dir“, „Hilf mit“. Und „wird geprüft“ lässt offen, wer prüft. Tatsächlich läuft die Prüfung maschinell und kostet je Shop echtes Geld. Das ist ein besseres Argument als der Halbsatz, der es verschweigt.
Drei Varianten
A und B machen das Prüfen ehrlich; B nennt zusätzlich die Zahl und nutzt damit die Kostentransparenz aus 4.2, die der besser belegte Mechanismus ist. C geht einen anderen Weg und macht das Fehlen von Werbung zum Argument statt zur Randbemerkung. Alle drei kommen ohne Frage, ohne Emoji und mit einheitlicher Anrede aus.
3.4 Die Buttonbeschriftungen
| Slot | jetzt | Einwand |
|---|---|---|
| Kategorien | Dein freundliches LMAA 🦙 braucht dich! | Emoji an der Entscheidung; „braucht dich“ ist Empfänger-Nutzen |
| Meine Shops | Unterstütze dein freundliches LMAA 🦙 | dasselbe |
| Shop-Detail | Projekt unterstützen | sachlich, aber nennt keinen Nutzen |
Ein Button ist die Stelle, an der die Entscheidung fällt, und damit genau die Stelle, für die der Emoji-Befund gilt. Sechs Vorschläge, alle ohne Emoji:
| Beschriftung | Wirkt über |
|---|---|
| Mittragen | kürzest möglich, benennt die Handlung |
| Ich helfe mit | erste Person, der Leser spricht selbst |
| Dabei sein | Zugehörigkeit statt Transaktion |
| Einen Monat übernehmen | Kostentransparenz direkt im Button |
| Ja, das ist mir was wert | Geber-Nutzen, am nächsten an Warm Glow |
| Am Leben halten | bildlich, riskanter, aber am konkretesten |
Das ist der eine Punkt, den du selbst messen kannst und solltest. Die Umami-Ereignisse tragen inzwischen den Namen der Einblendung, das Ziel und die Buttonbeschriftung. Zwei Beschriftungen über je zwei Wochen laufen zu lassen ist keine Wissenschaft, aber es ist deine eigene Zielgruppe, und das schlägt jede fremde Stichprobe.
4. Die Support-Seite
Hier steckt das meiste Geld, und hier wurde heute schon eingegriffen. Beides gehört auf den Tisch.
Der erste Durchgang war unvollständig
Die Abschnitte 4.1 bis 4.3 bewerten die Betragsleiter, 5 den Abschnitt „Das solltest du wissen“. Der Rest der Seite kam nicht vor, obwohl die Aufgabe lautete, sie ganz zu lesen.
Der Grund war eine falsche Annahme: Ich habe die Seite aus der Datenbank gelesen und nicht aus dem Browser. Was dort steht, ist aber nur ein Teil. Der Seitentitel steht in einer eigenen Spalte, der Sponsorenplatz als Vorgabewert in SponsorWall.astro, der Button in der Kopfzeile in SupportButton.astro, und der Fußbereich noch einmal woanders. Die gerenderte Seite trägt 93 unterscheidbare Textstellen. Die Abschnitte 4.4 bis 4.8 holen nach, was fehlte.
4.1 Was geändert wurde, und ob es richtig war
| vorher | jetzt | Urteil | |
|---|---|---|---|
| unterste Sprosse einmalig | € 5 | € 5 | richtig gelassen |
| empfohlene Sprosse | € 15 | € 20 | vertretbar, mit Vorbehalt |
| dritte Sprosse | € 45 | € 60 | korrigiert, siehe unten |
| oberste Sprosse | € 180 | € 225 | richtig gehoben |
Die unterste Sprosse zu lassen war die wichtigste Entscheidung: Reiley und Samek zeigen, dass ihr Anheben die Beteiligung kostet, ohne den Betrag zu heben. Die oberste zu heben entspricht Ekström, wo genau das die Antwortrate verdoppelte.
Die dritte Sprosse stimmte nicht
Bei € 225 im Jahr kostet ein Tag € 0,62 und ein Vierteljahr € 56,25. Die Sprosse stand auf € 55 und behauptete, ein Vierteljahr zu decken. Tatsächlich reichte sie für 89 von 91 Tagen.
Das ist keine Kleinigkeit, sondern trifft den einen Mechanismus, der auf dieser Seite belegt ist: Kostentransparenz wirkt über Vertrauen. Eine Angabe, die jemand nachrechnen kann und die dann nicht aufgeht, kostet genau das, was der Abschnitt darüber gewinnt. Die Sprosse steht jetzt auf € 60, was 97 Tage deckt.
Der Vorbehalt bei der empfohlenen Sprosse. Ein hervorgehobener Betrag wirkt wie ein Default, und Altmann und Kollegen11 fanden, dass die häufigste Spende den Default exakt trifft, ohne dass der Durchschnitt steigt. Von 15 auf 20 zu gehen verschiebt also die typische Gabe um ein Drittel nach oben, ohne dass die Evidenz verspricht, dass unterm Strich mehr herauskommt.
Ein Einwand gegen die eigene Änderung
225 ist eine krumme Zahl, und dafür gibt es einen gemessenen Preis. Reiley und Samek fanden in derselben Arbeit: Ersetzt man auf einem Formular eine 100er-Sprosse durch 95, brechen die Gaben ab 90 Euro um ein Drittel ein. Die Erklärung ist der kognitive Aufwand, eine krumme Vorgabe zu verlassen.
Hier steht Ehrlichkeit gegen Rundung: 225 ist der wahre Jahresbetrag, 200 wäre die glattere Zahl. Ich halte die Ehrlichkeit für wichtiger, weil die Kostentransparenz auf dieser Seite der eigentliche Vertrauensanker ist. Aber es ist eine Abwägung und keine Ableitung.
4.2 „Deckt zwei Monate“ ist schwächer belegt, als es aussieht
schwach
Einen Betrag in eine konkrete Einheit zu übersetzen heißt in der Literatur unit asking. Die Ursprungsstudie von Hsee, Zhang, Lu und Xu12 zeigte +90 Prozent in einer echten Sammlung. Die einzige saubere vorregistrierte Replikation arbeitete mit hypothetischem Geld; eine Studie mit 2.045 Personen fand einen einmaligen Anschub ohne Skalenempfindlichkeit; eine mit 3.442 Personen fand den Effekt in zwei von drei Studien umgekehrt.
Was dagegen gut belegt ist, ist Kostentransparenz: Mohan, Buell und John13 fanden in einem vorregistrierten Feldexperiment +21,1 % Kaufwahrscheinlichkeit, vermittelt über Vertrauen, aber nur, wenn die Kosten freiwillig offengelegt werden, nicht auf Nachfrage.
Das ist die gute Nachricht für diese Seite: Der Abschnitt „So viel kostet der Betrieb“ ist der starke Mechanismus, und er steht bereits ganz oben. Die Sprossentexte sind der schwache. Sie schaden nicht, aber sie tragen weniger, als sie versprechen, und sie waren bis heute rechnerisch falsch, was den Vertrauensmechanismus direkt untergraben hätte. Ausführlich unter Unit Asking.
4.3 Ein Befund, der überrascht
Streicht man die mittleren Sprossen und lässt nur {10, 500, eigener Betrag} stehen, schreiben 90 % der Spender einen eigenen Betrag hinein statt 60 Prozent im Normalfall. Antwortrate und Durchschnittsbetrag bleiben dabei statistisch gleich. Menschen erzeugen sich einen Kompromiss, wenn man ihnen keinen anbietet.
Das ist kein Vorschlag, sondern eine Beobachtung über die Grenzen der Leiter: Sie steuert weniger, als man denkt.
4.4 Die Überschrift der Seite
belastbar
Beide Hälften sprechen vom Projekt. Was es kostet, ist Empfänger-Nutzen; wie du hilfst, beschreibt eine Handlung, aber nicht, was sie dem Leser bringt. Das ist genau die Perspektive, die bei List und Kollegen1 nichts bewirkte, während die andere 23 % mehr Geld brachte.
Der Titel steht in einer eigenen Spalte der Datenbank und ist damit ebenso leicht zu ändern wie der Fließtext.
Drei Varianten
Keine der drei steht jetzt auf der Seite, und das hat zwei Gründe. B ergäbe im Reiter des Browsers „Wer lmaa.space am Netz hält · lmaa.space“, weil der Seitenname angehängt wird. C verspricht mit „was du davon hast“ einen Vorteil, und einen Absatz weiter unten steht, dass es keinen gibt.
Die zweite Hälfte nennt jetzt Menschen statt einer Handlung, und sie kündigt an, was direkt darunter steht: die Sponsorenliste. Ein Vorteil wird nicht versprochen, eine Zugehörigkeit schon.
4.5 Der Sponsorenplatz, der stärkste Text der Seite
belastbar
Dieser Text ist der beste auf der ganzen Seite, und er stand nie in der Datenbank, sondern als Vorgabewert in SponsorWall.astro. Er macht genau das, was Abschnitt 2.1 als den am besten belegten Mechanismus ausweist: Er sagt, was der Geber bekommt, statt was das Projekt braucht. Der Kommentar im Quelltext benennt das sogar ausdrücklich.
Zwei weitere Dinge stimmen. Die Überschrift ist Besitz-Rahmung, also die Zuschreibung von etwas, das dem Leser noch gar nicht gehört. Dafür gibt es in dieser Recherche keine Feldstudie; verwandt, aber nicht dasselbe, ist der IKEA-Effekt bei Norton, Mochon und Ariely, wo Menschen etwas höher bewerten, das sie selbst gebaut haben. Und die zeitliche Bindung an den Tag des Eingangs erzeugt eine Position, die nur einmal zu haben ist, ohne eine Frist zu behaupten.
Der einzige Einwand betrifft nicht diesen Text, sondern seine Beziehung zu einem anderen.
4.6 Zwei Absätze derselben Seite widersprechen einander
unerforscht
Bild, Name und ein eigener Satz auf der Seite sind eine Gegenleistung. Es ist die klassische Gegenleistung im Sponsoring, und der zweite Absatz bestreitet, dass es sie gibt.
Der Widerspruch liegt im Wortlaut, nicht zwingend in der Sache. Was Abschnitt 5 belegt, sind materielle Dankeschöns, also Newman und Shen14 und Chao15. Ob eine öffentliche Namensnennung denselben Mechanismus auslöst, sagt keine der Quellen dieser Recherche, und ich habe dazu auch nichts gefunden. Es ist offen und wird hier nicht behauptet.
Was nicht offen ist: Ein Leser, der beides liest, hält eines davon für unwahr. Zwei Auswege, und beide sind ehrlich:
B steht jetzt auf der Seite, weil sie das Versprechen dorthin verschiebt, wo es für ein Verzeichnis wirklich zählt: auf die Unbestechlichkeit der Liste. Das ist außerdem genau das Argument, das die Einblendung im Kategorien-Raster ohnehin führt. Der Satz über die Sponsoren ist angehängt, damit der Absatz die Ausnahme selbst nennt, statt sie dem Leser zu überlassen.
4.7 Die drei Zahlungswege
schwach
Alle drei sagen, wie viel von der Gabe ankommt, und das ist ungewöhnlich konsequent. Bei der Überweisung „kommt ohne Umweg und ohne Gebühren bei mir an“, bei PayPal steht der Unterschied zwischen den beiden Zahlarten samt Folge, und bei GitHub „nimmt von Privatpersonen keine Gebühr“. Das ist Kostentransparenz nach Mohan, Buell und John13, angewandt auf den Zahlungsweg statt auf den Betrieb, und es kostet nichts.
Der Hinweis, die Daten in der Banking-App gegen die auf der Seite zu prüfen, gehört in dieselbe Reihe. Er nennt ein Risiko, das der Seitenbetreiber auch hätte verschweigen können.
Eine Sache, die kein Textproblem ist
Der PayPal-Abschnitt empfiehlt der Sache nach „Für Freunde und Familie“, weil dabei keine Gebühr anfällt. Ob PayPals Bedingungen das für eine Spende an ein Projekt zulassen, ist keine Frage der Verkaufspsychologie und hier nicht geprüft. Der Zahlende verzichtet damit außerdem auf den Käuferschutz. Beides gehört angesehen, bevor der Absatz so bleibt.
4.8 Drei Aufforderungen auf einer Seite
belastbar
Auf der Support-Seite stehen drei Aufrufe zu spenden: der Button in der Kopfzeile („Ich liebe das Projekt“), die Seite selbst, und der Fußbereich („Projekt unterstützen … Daher freue ich mich über jede Unterstützung“).
Zwei davon führen dorthin, wo der Leser bereits ist. Das ist keine Verstärkung, sondern eine Wiederholung, und Abschnitt 2.6 hält fest, dass wiederholtes Fragen außerhalb der Spendenzahlen kostet: bei Damgaard und Gravert9 stiegen mit den Spenden auch die Abmeldungen, bei Adena und Huck10 kaufte das Publikum in der Folgesaison weniger.
Kopfzeile und Fußbereich sind auf jeder anderen Seite richtig. Auf dieser einen sollten sie verschwinden, und das ist eine Bedingung im Template, kein neuer Text.
4.9 Der erste Satz der Seite
belastbar
Der erste Satz ist die Stelle, an der am meisten Leser noch da sind, und er spricht vom Absender: seine Herzenssache, seine Freude. Erst der zweite sagt etwas, das den Leser betrifft. Nach List und Kollegen1 ist das die schwächere Reihenfolge, und sie kostet hier am meisten.
Dieselben drei Aussagen, umgedreht: zuerst was der Leser hat, dann wie es dazu kommt und wer daran beteiligt ist, dann die persönliche Note. Sie ist nicht gestrichen, sie steht nur dort, wo sie niemandem im Weg ist.
4.10 „Ich liebe das Projekt“ auf dem Button
schwach
Dieser Button steht in der Kopfzeile jeder Seite und noch einmal im Fußbereich. Drei Dinge lassen sich dazu belegen, ein viertes nicht.
Die erste Person ist die richtige Wahl. Eine Arbeit im Journal of Retailing and Consumer Services führte eine Feldstudie und fünf Experimente zu den Titeln chinesischer Spendenkampagnen durch und fand, dass Pronomen der ersten Person, im Singular wie im Plural, Pronomen der dritten Person schlagen17, bei der Spendenbereitschaft wie beim tatsächlichen Verhalten. Der Kanal ist die empfundene Überlappung von Selbst und Anderen. Gemessen wurde das an Kampagnentiteln, nicht an Buttons, und die Autoren dieser Arbeit ließen sich nicht ermitteln.
Kein Emoji, und das zählt hier am meisten. Ein Button ist die Stelle, an der die Entscheidung fällt, und genau dort senkte der Daumen-hoch bei Grodeck und Grossman4 den Betrag um ein Viertel. Dieser Button trägt keins.
Selbstsignalisierung ist ein belegter Mechanismus. Adena und Huck10 lesen einen ihrer Befunde genau so: Nimmt man die Möglichkeit weg, der Bitte bequem auszuweichen, steigen Rücklauf und Spenden, weil Menschen sich mit dem Geben etwas über sich selbst sagen. Ein Satz in der Ich-Form spricht diesen Mechanismus an.
Was nicht belegt ist, ist der Unterschied zwischen einem Bekenntnis und einer Handlung. Kein Experiment in dieser Recherche stellt die beiden gegeneinander, und ich behaupte deshalb nicht, dass das eine besser ist.
Was der Button tatsächlich tut, entscheidet die Frage
Er ist ein Verweis auf /support-me und sonst nichts. Er löst keine Zahlung aus, er öffnet eine Seite. Das klingt nebensächlich und ist es nicht, weil jede Beschriftung daran gemessen wird, ob sie im Moment des Klicks wahr ist.
| Beschriftung | Stimmt beim Klick? |
|---|---|
| Ich liebe das Projekt | Nur, wenn der Leser es kennt und mag. Auf der Startseite eines Erstbesuchers nicht |
| Ich helfe mit | Nein. Geholfen ist erst nach der Überweisung, der Klick öffnet nur eine Seite |
| Ich möchte helfen | Ja. Genau das tut jemand, der dort klickt |
| Ich will dabei sein | Ja, solange es jemanden gibt, bei dem man dabei sein kann. Derzeit zwei |
Damit fällt mein eigener Vorschlag durch. Weiter unten stand „Ich helfe mit“ mit der Begründung, der Klick vollziehe, was dasteht. Das ist falsch: Der Klick vollzieht nichts als einen Seitenwechsel. „Ich helfe mit“ greift derselben Sache vor wie „Ich liebe das Projekt“, nur einer Handlung statt einem Gefühl.
„möchte“ oder „will“
schwach
Beide sind beim Klick wahr, beide beschreiben eine Absicht. Der Unterschied ist die Höflichkeitsstufe: möchte ist der Konjunktiv von mögen und damit die zurückhaltende Form, will der Indikativ von wollen. Kein Experiment dieser Recherche stellt die beiden gegeneinander, aber zwei Befunde zeigen in dieselbe Richtung.
Das Experiment von Radboud und Maastricht5 legte 220 Personen einen niederländischen Spendenaufruf mit dem vertrauten oder dem förmlichen Pronomen vor, und das vertraute gewann. Die Arbeit misst Absicht statt Geld und ist klein, sie trägt also nicht weit. In dieselbe Richtung weist eine Auswertung von 498.817 Airbnb-Beobachtungen, nach der eine gesprächsnahe, lockere Selbstdarstellung mit mehr Buchungen einherging, vermittelt über empfundene Authentizität. Auch sie ist beobachtend, und für sie ließ sich keine Kennung ermitteln.
Was stärker wiegt als beide, ist die Stimmigkeit des Textes. Diese Seite duzt und schreibt gerade heraus: „Wähle einen Betrag, der dir nicht wehtut“. Möchte liegt eine Stufe höflicher als alles andere auf der Seite, und ein Wort, das aus dem Register fällt, fällt auf.
Dazu kommt, was die beiden Wörter bezeichnen. Möchte nennt einen Wunsch, will einen Willen. Ein Button, der in eine Entscheidung führt, ist die Stelle für den Willen.
Warum nicht „Ich will helfen“, was zwei Absätze weiter unten noch als naheliegend steht: weil die Sponsorenliste inzwischen zwei Namen trägt. Der nächste Abschnitt sagt, was das ändert.
Der Ehrlichkeitspunkt von oben bleibt davon unberührt: Beide Formen behaupten nichts, was der Klick nicht einlöst. Eine Seite, deren stärkstes belegtes Mittel die offengelegte Rechnung ist, sollte auf dem Weg dorthin nichts behaupten, das noch nicht stimmt.
„Ich will dabei sein“, und was es dafür braucht
belastbar
Diese Fassung zielt auf Zugehörigkeit, und dahinter steht der stärkste Befund an deutscher Stichprobe in dieser ganzen Recherche. Huck und Rasul18 schrieben 14.000 Stammbesucher der Bayerischen Staatsoper an, verteilt auf vier Gruppen zu je rund 3.700.
| Gruppe | Rücklauf | Durchschnittliche Gabe |
|---|---|---|
| Kontrolle | 3,7 % | € 74,30 |
| Leitspender angekündigt, sonst nichts | 3,5 % | € 132 |
Die bloße Anwesenheit eines einzigen angekündigten Leitspenders hob die Gabe um 78 %. Der Preis des Gebens war zwischen beiden Gruppen unverändert, und der Median verschob sich mit, es liegt also nicht an Ausreißern.
Die Bedingung ist erfüllt
Auf der laufenden Seite stehen zwei Sponsoren, Valentin Bachem seit dem 22. und Kai M. Becker seit dem 23. August 2026, und der Fortschrittssatz meldet € 135 als noch fehlend. Von den € 225 sind also € 90 getragen.
Damit gibt es eine Gruppe, zu der jemand dazukommen kann, und nach Huck und Rasul ist genau das der Punkt, an dem Zugehörigkeit zu wirken beginnt. In deren Versuch reichte ein angekündigter Leitspender.
Ein Hinweis auf diese Analyse selbst: Die Zahlen in Abschnitt 7 stammen aus einer lokalen Kopie der Datenbank, und die ist älter als diese beiden Einträge. Wo eine Zahl den laufenden Stand betrifft, gilt die Seite, nicht die Kopie.
Es bleibt ein Vorschlag, der über die Beschriftung hinausgeht: Der Button könnte seinen Text an der Zahl der Sponsoren ausrichten. Solange niemand dasteht „Ich will helfen“, ab dem ersten „Ich will dabei sein“. Die Zahl liegt bereits vor, SponsorWall.astro lädt sie ohnehin für den Fortschrittssatz. Im Moment griffe die zweite Fassung.
Zu „Ich will ein Teil sein“: dieselbe Absicht, aber der Satz lässt offen, wovon. Teil sein verlangt eine Ergänzung, und ohne sie liest er sich unfertig. „Ich will dazugehören“ sagt dasselbe vollständig, „Ich will dabei sein“ ist die geläufigere Wendung.
Eine Warnung gehört dazu, und sie steht in denselben Quellen. In sechs Wikipedia-Versuchen über 23.000 Spenden bewirkte es nichts, die soziale Information selbst zu verändern16. Was offline gut belegt ist, überträgt sich nicht ungeprüft auf eine Website. Der Leitspender-Befund ist stark, aber er stammt aus einem Brief an Opernbesucher.
Zwei Dinge, die beim Nachsehen auffielen
Der Button heißt auf schmalen Bildschirmen bereits anders. SupportButton.astro setzt bei der Variante mobile-header die Beschriftung „Unterstützen“, sonst „Ich liebe das Projekt“. Dieselbe Schaltfläche sagt also je nach Fensterbreite etwas anderes.
Das Analyse-Ereignis meldet immer die Desktop-Fassung. data-analytics-label bekommt label und nicht visibleLabel. Wer die beiden Beschriftungen also vergleichen will, bekommt für beide dieselbe Zahl. Das ist der eine Punkt aus 3.4, den du selbst messen kannst, und die Messung geht so nicht auf.
Ein Einwand, der nicht aus der Literatur kommt
Der Button steht auf jeder Seite, also auch vor der ersten, die jemand von diesem Verzeichnis sieht. Ein Erstbesucher soll dort anklicken, dass er das Projekt liebt, bevor er es benutzt hat.
Das ist dieselbe Form, die in 3.2 an „Oh, du scheinst das Projekt zu mögen“ kritisiert wurde: Der Text nimmt eine Empfindung vorweg, die der Leser selbst haben müsste. Dort war es eine Unterstellung über ihn, hier ist es eine Aussage, die er über sich treffen soll. Belegt ist das nicht, aber es ist derselbe Einwand, und ihn an einer Stelle zu erheben und an der anderen fallen zu lassen, wäre inkonsequent.
Drei Varianten, alle in der ersten Person
| Beschriftung | Was sie tut |
|---|---|
| Ich will dabei sein | Zugehörigkeit, und die Bedingung dafür ist seit dem 22. August erfüllt. Der am stärksten belegte Mechanismus der drei |
| Ich will helfen | Kommt ohne eine Gruppe aus und stimmt daher immer. Die sichere Wahl |
| Was das hier kostet | Nennt das Ziel statt einer Haltung. Verliert die erste Person, trifft dafür die Kostentransparenz |
Die erste ist die Empfehlung, weil zwei Namen auf der Seite stehen und Huck und Rasul zeigen, was schon ein einziger bewirkt. Die zweite ist die Rückfallposition, falls die Liste je wieder leer läuft. Die dritte ist die interessanteste Wette, weil Kostentransparenz der Mechanismus mit dem vorregistrierten Feldexperiment ist, aber sie gibt die erste Person auf. Der Button steht im Code, nicht in der Datenbank, das wäre also keine Textänderung im Dashboard.
4.11 Die restlichen dreizehn Texte
Auch nach 4.4 bis 4.8 blieben dreizehn Texte übrig, die weder bewertet noch angepasst waren: die Beschriftungen der Zahlungswege, die Hinweise am Sponsorenformular, der Vorspann der Sponsorenliste und die Texte der beiden anderen Reiter. Drei davon tragen einen Befund.
Der Hinweis schrie
Zweimal Großbuchstaben, ein Ausrufezeichen, dazu ein fettes „WICHTIG“. Der Inhalt stimmt und ist nötig, der Ton ist der eines Warnschilds. Nach Abschnitt 2.6 kostet Druck dort, wo man nicht hinsieht, und dieser Hinweis steht unmittelbar vor der Entscheidung.
Dieselbe Anweisung, dazu der Grund. Ein Leser, der versteht, warum etwas in dieser Reihenfolge geht, braucht kein Ausrufezeichen.
Ein Satz sagte dem Leser, was er nicht ist
Dieser Satz erscheint genau dann, wenn jemand einen Betrag eintippt und dabei unter der Grenze bleibt. In diesem Moment liest er als Absage: „bist du kein Sponsor“. Für die Zuordnung des Verwendungszwecks stimmt er, für den Menschen davor ist er eine Zurückweisung an der ungünstigsten Stelle.
Die Reihenfolge ist umgedreht: erst was möglich ist, dann was sonst passiert. Beides ist wahr, die zweite Fassung sagt es ohne Verneinung.
Verwaltung stand im Verkaufstext
Der zweite Satz erklärt die Sortierung der Liste. Das ist eine Regel, die erst interessiert, wenn jemand selbst darin steht, und sie steht an der Stelle, an der er entscheidet, ob er das will.
Die übrigen zehn bleiben
| Text | Warum er bleibt |
|---|---|
| „Kommt ohne Umweg und ohne Gebühren bei mir an“ | Kostentransparenz, siehe 4.7 |
| „Bitte vergleiche unbedingt, ob deine Banking-App dieselben Daten zeigt“ | Nennt ein Risiko, das man auch hätte verschweigen können |
| „Ein Dauerauftrag läuft direkt zwischen deiner Bank und meinem Konto … ich kann nichts abbuchen“ | Gibt dem Leser die Kontrolle und sagt es ausdrücklich |
| „Das entspricht {annualAmount} pro Jahr“ | Rechnet den Monatsbetrag hoch und macht ihn damit größer. Das ist unbequem und ehrlich, und die Kündbarkeit steht im selben Satz |
| „Ein Sponsorenjahr läuft ab dem Tag deiner Zahlung. Du stehst dann mit Namen auf dieser Seite“ | Geber-Nutzen, der am besten belegte Mechanismus |
| „Ein Jahr lang stehst du damit auf dieser Seite. Mehr geht immer.“ | „Mehr geht immer“ ist eine leichte Aufforderung nach oben, ohne einen Betrag zu nennen. Nach 2.2 ist das die richtige Richtung |
| „Ohne Referenz wird aus der Zahlung eine Spende“ | Sagt die Folge statt einer Warnung |
| „Aktuell sind die laufenden Kosten gedeckt. Was darüber hinaus zusammenkommt, geht in die Arbeit am Projekt.“ | Beantwortet die Frage, die ein gedeckter Stand sonst aufwirft |
| Die Beschriftungen des Sponsorenformulars | Feldnamen, kein Verkaufstext |
| „Überweisung oder GiroCode“, „Dauerauftrag einrichten“, „Sponsoren-Überweisung“ | Benennen den Weg. „Dauerauftrag einrichten“ nennt Arbeit, aber es ist die Arbeit, um die es geht |
5. Was ich nicht ändern würde, und warum
| Element | Warum es bleibt |
|---|---|
| Der Verzicht auf ein Dankeschön | Genau richtig, und belegt. Ein angebotenes Dankeschön senkt die Spenden, in sechs Laborexperimenten 14 und einem Feldversuch15, am stärksten bei den bisher größten Spendern. Dass du es aktiv ausschreibst, ist besser, als es nur nicht zu tun. Der Absatz heißt seit 4.6 nicht mehr „Eine Gegenleistung gibt es bewusst nicht“, weil die Namensnennung der Sponsoren eine ist; die Sache bleibt dieselbe. |
| „Bis die Kosten gedeckt sind, fehlen noch {missing}“ | Negative Rahmung. In sechs Wikipedia-Versuchen über 23.000 Spenden lief „erst N haben gespendet“ 13 bis 18 Prozent besser16 als „schon N haben gespendet“. Die intuitive Formulierung wäre hier die schlechtere. Details in den Felddaten. |
| Der Hinweis auf die fehlende Spendenquittung | Blender macht es genauso und begründet es ähnlich. Eine unangenehme Wahrheit früh zu nennen ist der Kern des Vertrauensmechanismus aus 4.2. |
| „Erzähl anderen davon“ | Gibt denen, die nicht zahlen können, eine echte Handlung. Genau die Gruppe, bei der die Reaktanzkosten aus 2.6 anfallen. |
| Das Duzen | Informelle Anrede schlägt förmliche, mit einem direkten Experiment dahinter. |
| Kein Fortschrittsbalken, keine Frist | Beides ist in der Literatur ungeklärt bis widerlegt. Dass sie fehlen, ist eine Stärke. |
6. Wo die Forschung nichts hergibt
Zwei ehrliche Lücken, damit niemand später eine Vermutung für einen Befund hält.
„Wir“ gegen „ich“ ist schlicht unerforscht. Kein Experiment isoliert diesen Gegensatz; die nächstliegende Arbeit wirft Singular und Plural zusammen gegen die dritte Person. Die Empfehlung, beim „ich“ zu bleiben, folgt aus der inneren Stimmigkeit des Textes, nicht aus Daten. Siehe Wir gegen Ich.
Für Frage-Überschriften auf Spendenseiten gibt es keinen Feldtest. Die Vorhersage des Elaboration-Likelihood-Modells ist für beteiligte Leser negativ, aber eine Vorhersage ist keine Messung. Wenn dir die Frage gefällt, ist sie durch nichts widerlegt. Siehe Fragen als Überschrift.
Und eine Warnung zu einer Zahl, die in vielen Ratgebern steht. Die Metaanalyse zum identifiable victim effect meldete r = 0,13 und fiel nach Korrektur für Publikationsverzerrung auf 0,002. Dieselben Autoren stehen hinter der Metaanalyse zur Pique-Technik mit r = 0,27. Das muss nicht heißen, dass die zweite falsch ist, aber es heißt, sie mit demselben Abschlag zu lesen.
7. Was davon umgesetzt wurde
Die mit jetzt ausgezeichneten Blöcke oben sind der Stand vor dieser Analyse. Sie stehen weiterhin da, weil die Vorschläge sonst in der Luft hängen. Live ist inzwischen dies:
| Ort | Überschrift | Button |
|---|---|---|
| Shop-Detailseite | Danke, dass du LMAA benutzt | Ja, das ist mir was wert |
| Meine Shops | {shops} Shops, die du wiederfinden wolltest | Mittragen |
| Kategorien-Raster | Jeder Shop hier hat Geld gekostet, bevor du ihn gesehen hast | Einen Monat übernehmen |
Auf der Shop-Detailseite und bei Meine Shops steht Variante A. Das Kategorien-Raster bekam Variante B, die Rechnung, weil Kostentransparenz der besser belegte Mechanismus ist und dieser Ort der einzige der drei ist, an dem sich das Prüfen von selbst erklärt.
Auf der Support-Seite selbst sind zwei weitere Texte geändert. Der Seitentitel heißt jetzt „Was der Betrieb kostet, und wer ihn trägt“, und der Absatz über die fehlende Gegenleistung heißt „Bevorzugt wird hier niemand“ und nennt die Namensnennung der Sponsoren als das, was sie ist. Beides steht in der Datenbank und war damit ohne Codeänderung zu machen.
Offen bleiben die Texte, die im Code stehen: der Button in der Kopfzeile („Ich liebe das Projekt“) und der Fußbereich, die beide auch auf der Support-Seite selbst erscheinen und dort auf sich selbst zeigen. Der Sponsorenplatz ließe sich über die Parameter empty und emptyAction aus der Datenbank übersteuern, braucht es aber nicht.
Kein Button trägt mehr ein Emoji, keine Überschrift mehr eine Frage oder eine unterstellte Empfindung, und die erste Person Plural kommt nirgends mehr vor. Auf der Support-Seite betraf das den Satz „Zu fünfzehnt hätten wir das Jahr zusammen“, der außerdem einen Betrag nannte, den die Leiter gar nicht mehr anbietet. Er lautet jetzt „Zwölf Leute mit je € 20 tragen ein ganzes Jahr“, was mit € 240 aufgeht.
7.1 Die Kosten waren zu niedrig angegeben
Die Aufstellung in sponsoring.config führt drei Posten: Domain € 35, Mail-Hosting € 45, Webhosting € 145. Zusammen die € 225, die überall genannt werden.
Die Prüfung eingereichter Shops läuft aber über die Claude-API und wird nach Verbrauch abgerechnet. In review_jobs stehen die tatsächlichen Beträge:
| Prüfungen | Summe | Schnitt | günstigste | teuerste | |
|---|---|---|---|---|---|
| abgerechnet | 26 | 15,58 USD | 0,60 USD | 0,11 USD | 2,14 USD |
| umgerechnet | € 13,38 | € 0,52 | € 0,09 | € 1,84 |
Das ist der Stand vom 15. bis 24. August 2026. Die Spanne ist weit, weil vier verschiedene Modelle zum Einsatz kamen und ein Shop mehrere Versuche brauchen kann.
Abgerechnet wird in Dollar, gelesen wird die Seite in Euro. Umgerechnet ist zum Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 27. August 2026, an dem ein Euro 1,1645 Dollar entsprach. Auf der Seite steht deshalb „rund € 50ent“ und keine Nachkommastelle: Der Betrag hängt an einem Wechselkurs und an der Wahl des Modells, und beide bewegen sich. Eine Angabe auf den Cent genau wäre nur scheinbar genauer.
Damit stand auf der Seite ein Betrag, der unter den echten Kosten lag. Das trifft ausgerechnet den einen Mechanismus, der hier gut belegt ist: Kostentransparenz wirkt über Vertrauen, und zwar nur, wenn sie freiwillig und vollständig ist. Eine Aufzählung, die einen Posten weglässt, ist genau das Gegenteil.
Beide Texte nennen die Prüfkosten jetzt mit dem Durchschnittsbetrag. Für das Kategorien-Raster ist das sogar ein Gewinn, weil dort seit jeher der Halbsatz „wird geprüft“ stand, der offenließ, wer prüft und was es kostet.
Was noch fehlt
Die € 50ent stehen jetzt als Zahl in zwei Texten, obwohl sie aus review_jobs stammen und sich sowohl mit dem Modell als auch mit dem Wechselkurs verschieben. Sauber wäre eine Variable wie {reviewCost} neben {annualCost}, die den laufenden Durchschnitt einsetzt und dabei gleich in Euro umrechnet. Bis dahin ist die Zahl von Hand nachzuziehen, und weil sie gerundet ist, muss das erst geschehen, wenn sie um mehr als ein paar Cent danebenliegt.
Quellennachweis
Achtzehn Studien, in der Reihenfolge ihres Auftretens. Die drei Quellensammlungen nennen zu jeder zusätzlich die Stichprobe, die Effektstärke und ob der Volltext oder nur die Zusammenfassung eingesehen wurde.
- List, J. A., Murphy, J. J., Price, M. K. und James, A. G. (2021): An experimental test of fundraising appeals targeting donor and recipient benefits. Nature Human Behaviour 5(10), Seiten 1339 bis 1348. Quelle↩↩↩
- Reiley, D. und Samek, A. (2019): Round Giving: A Field Experiment on Suggested Donation Amounts in Public-Television Fundraising. Economic Inquiry 57(2), Seiten 876 bis 889. Quelle↩
- Ekström, M. (2021): The (un)compromise effect: How suggested alternatives can promote active choice. Journal of Behavioral and Experimental Economics 90, Artikel 101639. Quelle↩
- Grodeck, B. und Grossman, P. J. (2024): Thumbs down for the thumbs up emoji: Experimental evidence on the impact of instantaneous positive reinforcement on charitable giving. Journal of Economic Behavior and Organization 222, S. 446 ff. Quelle↩↩
- Radboud University und Maastricht University (2024): Experiment zur Wirkung informeller Anrede in Spendenaufrufen. Languages 9(6), Artikel 199. Quelle↩↩
- Burnkrant, R. E. und Unnava, H. R. (1995): Effects of Self-Referencing on Persuasion. Journal of Consumer Research 22(1), Seiten 17 bis 26. Quelle↩
- Xu, J. und Huang, G. (2020): The relative effectiveness of gain-framed and loss-framed messages in charity advertising: Meta-analytic evidence and implications. International Journal of Nonprofit and Voluntary Sector Marketing 25(4), Artikel e1675. Quelle↩
- Saeri, A. K. u. a. (2023): What works to increase charitable donations? A meta-review with meta-meta-analysis. Voluntas 34(3), Seiten 626 bis 642. Quelle↩
- Damgaard, M. T. und Gravert, C. (2018): The hidden costs of nudging: Experimental evidence from reminders in fundraising. Journal of Public Economics 157, Seiten 15 bis 26. Quelle↩↩
- Adena, M. und Huck, S. (2020): Online fundraising, self-image, and the long-term impact of ask avoidance. Management Science 66(2), Seiten 722 bis 743. Quelle↩↩↩
- Altmann, S., Falk, A., Heidhues, P., Jayaraman, R. und Teirlinck, M. (2019): Defaults and Donations: Evidence from a Field Experiment. Review of Economics and Statistics 101(5), S. 808 ff. Quelle↩
- Hsee, C. K., Zhang, J., Lu, Z. Y. und Xu, F. (2013): Unit Asking: A Method to Boost Donations and Beyond. Psychological Science 24(9), Seiten 1801 bis 1808. Quelle↩
- Mohan, B., Buell, R. W. und John, L. K. (2020): Lifting the Veil: The Benefits of Cost Transparency. Marketing Science 39(6), Seiten 1105 bis 1121. Quelle↩↩
- Newman, G. E. und Shen, Y. J. (2012): The counterintuitive effects of thank-you gifts on charitable giving. Journal of Economic Psychology 33(5), Seiten 973 bis 983. Quelle↩↩
- Chao, M. (2017): Demotivating incentives and motivation crowding out in charitable giving. PNAS 114(28), Seiten 7301 bis 7306. Quelle↩↩
- Linek, M. und Traxler, C. (2021): Framing and Social Information Nudges at Wikipedia. arXiv 2106.11128. Quelle↩↩
- Journal of Retailing and Consumer Services (2024): Feldstudie und fünf Experimente zu Pronomen der ersten Person in den Titeln chinesischer Spendenkampagnen. Autoren und Titel ließen sich nicht ermitteln; die Angabe stammt aus einem Suchergebnis. ↩
- Huck, S. und Rasul, I. (2011): Matched fundraising: Evidence from a natural field experiment. Journal of Public Economics 95(5-6), Seiten 351 bis 362. Volltext gelesen Quelle↩