Felddaten: was spendensammelnde Organisationen im Web tatsächlich veröffentlichen
Erstquellen zu Bannern, Spendenformularen, Betragsleitern und Zahlungswegen. Jede Zahl stammt von der Organisation, der sie gehört, aus dem Gesetzestext selbst oder aus einer Oberfläche, die direkt gelesen wurde.
Vorab: der Rechtsteil betrifft das falsche Land
lmaa.space wird aus Österreich betrieben. Abschnitt 7 wurde gegen deutsches Recht recherchiert und ist auf dieses Projekt nicht anwendbar; der Kasten dort sagt, welche Vorschriften stattdessen gelten. Wo sonst „Deutschland“ steht, beschreibt es die untersuchte Organisation oder Stichprobe und nicht diese Seite.
Worum es hier geht
Dies ist eine Sammlung veröffentlichter Erstquellen dazu, was im Web die Spendenkonversion und die Zahl der Dauerspenden bewegt. Jede Aussage stammt von der Organisation, die die Zahl besitzt, aus der Gesetzgebung selbst oder aus einer Oberfläche, die direkt gelesen wurde. Keine Agenturzusammenfassungen, keine Benchmark-Berichte von Anbietern, keine Listicles.
Die begleitende Durchsicht der wissenschaftlichen Literatur ist ein eigenes Dokument. Dieses hier bleibt bewusst bei Felddaten, veröffentlichten Testergebnissen und Oberflächen als Artefakt.
Drei Dinge gehören beim Lesen mitgedacht. Erstens stammt fast jede Spendenzahl in dieser Datei von einer Partei, die ein Interesse an ihr hat, und wo das die Aussage verändert, steht der Hinweis direkt an der Zahl. Zweitens ändern sich lebende Seiten laufend, deshalb trägt jede Zahl aus einer laufenden Oberfläche das Datum ihrer Lesung. Drittens ist alles, was sich nicht bestätigen liess, als ungeprüft markiert und nicht mit einem plausiblen Wert gefüllt.
Alle Webquellen wurden am 21. August 2026 abgerufen, sofern kein anderes Datum genannt ist.
1. Wikimedia Foundation und Wikimedia Deutschland
Wikimedia ist die reichste öffentliche Quelle zu Bannern und Spendenformularen, die es gibt, und zwar aus drei Gründen. Die Foundation veröffentlicht auf Meta-Wiki einen jährlichen Fundraising-Bericht, sie betreibt ein öffentliches Datenportal mit täglichen Spendenzahlen zurück bis 2007, und Wikimedia Deutschland entwickelt seine Spendenanwendung offen auf GitHub, einschliesslich der Konfigurationsdatei, die die laufenden A/B-Tests definiert.
1.1 Veröffentlichte Gesamtzahlen
Alle Zahlen dieser Tabelle sind Eigenangaben der Wikimedia Foundation aus ihren eigenen Fundraising-Jahresberichten auf Meta-Wiki.
| Geschäftsjahr | Ertrag | Spenden | Spendende | Durchschnittsgabe | Banneranteil | Dauerspenden |
|---|---|---|---|---|---|---|
| FY2022-23 | 169,6 Mio. US-Dollar | über 14,9 Mio. | über 7,5 Mio. | 11,38 US-Dollar | im Bericht nicht genannt | +20 % gegenüber Vorjahr |
| FY2023-24 | 170,5 Mio. US-Dollar | über 17,4 Mio. | über 8 Mio. | 10,05 US-Dollar | 35 % des Ertrags | +17 % gegenüber Vorjahr |
| FY2024-25 | 184,5 Mio. US-Dollar | über 18 Mio. | 7,7 Mio. | 10,15 US-Dollar | 34 % des Ertrags | 23 % des Ertrags, +19 % gegenüber Vorjahr |
Die Zahlen dieser Tabelle stehen in den drei Fundraising-Jahresberichten der Foundation, einer je Geschäftsjahr123.
Zwei Angaben aus FY2024-25 wiegen schwerer als die Gesamtsummen. Die Foundation berichtet, die Marke von einer Million monatlich Spendender überschritten zu haben, und sie berichtet, dass Dauerspenden inzwischen 23 % des gesamten Ertrags ausmachen und dabei um 19 % gegenüber dem Vorjahr wachsen, während der Gesamtertrag um 8 % zulegt3. Die Dauerspende ist der einzige Teil ihres Modells, der deutlich schneller wächst als das Ganze.
E-Mail wird gesondert ausgewiesen und trug in FY2023-24 18,6 % des Ertrags2. Geografisch verteilte sich FY2023-24 auf 106,5 Millionen US-Dollar aus Nordamerika und 49,4 Millionen US-Dollar aus Europa.
1.2 Was sie über Bannertests als Programm sagen
Der Bericht FY2023-24 beschreibt das Testprogramm statt einzelner Ergebnisse. Er hält fest, dass die Foundation für alle Kampagnen eine Begrenzung der Bannereinblendungen umsetzt und jedes Jahr hunderte Tests fährt, um drei Kennzahlen zu verbessern: die Spendenquote des Banners, die Durchschnittsgabe und, seit einiger Zeit, die Gewinnung von Dauerspenden2. Als Begründung für das Testen wird die Effizienz der einzelnen Einblendung genannt. Je wirksamer jede Einblendung ist, desto weniger Einblendungen braucht es, um das Ziel zu erreichen.
Für FY2024-25 benennt der Bericht die konkrete Arbeit an der Dauerspende. Entwicklerinnen und Entwickler haben es möglich gemacht, neben der monatlichen auch eine jährliche Dauerspende zu wählen, und die Formulierung des Hinweises neben der Schaltfläche für die Dauerspende wurde mehrfach verbessert, wobei „Support Wikipedia year-round“ als Beispiel für diesen Text genannt wird3. Weitere Änderungen dieses Jahres: die Portalbanner wurden neu gestaltet und anders platziert, eine Verkleinerungsfunktion kam hinzu, mit der sich das Banner an den unteren Bildschirmrand schrumpfen statt wegklicken lässt, ein Spendenlink wurde in das Kopfmenü der Desktop-Ansicht aufgenommen, das Spendenelement in der mobilen Navigation wurde auffälliger, und über die Option „später erinnern“ wird nun auch eine SMS-Anmeldung angeboten.
1.3 Die eine veröffentlichte Dosis-Wirkungs-Kurve zur Bannerhäufigkeit
Das ist der am besten übertragbare veröffentlichte Befund in dieser ganzen Datei, weil er ein gemessener Zusammenhang ist und keine Schlagzeile.
Im Oktober 2017 veröffentlichte die Foundation ihre Auswertung der Bannereinblendungen im Wikimedia-Diff-Blog. Vor der Änderung waren die Einblendungen in den ersten beiden Wochen einer Kampagne unbegrenzt und danach auf zehn pro Gerät gedeckelt. Die Auswertung fand, dass „the first handful of banner impressions is where we converted the vast majority of donors, and the decline in conversion afterwards was undeniable“, dass „each subsequent banner impression after the first exhibits a rapid dropoff in conversion“, und dass „after the tenth, the conversion rate is minuscule: only about 3-5% of donors donate after the 10th impression“4. Die Foundation reagierte darauf, indem sie die Einblendungen für die gesamte Kampagne auf allen Plattformen bei zehn pro Gerät deckelte.
Der Bericht FY2022-23 nennt denselben Zusammenhang von der Seite der Spendenden her: „Over 75% of donors donate the first or second time they see a fundraising banner“1.
Zusammen gelesen sagen diese beiden Zahlen, dass der Wert einer Bitte fast vollständig in ihren ersten beiden Einblendungen steckt und nach der zehnten nahe null liegt.
1.4 Ein veröffentlichtes Scheitern mit einer Zahl daran
Der Bericht FY2022-23 ist ungewöhnlich offen, und er ist die einzige Stelle, an der eine Organisation einen Ertragsbetrag an eine Textänderung hängt, die in die falsche Richtung ging. Die Kampagne 2022 auf der englischen Wikipedia „used lower-performing wording, and therefore required a longer campaign, more banner impressions, and more emails“, Lesende sahen „49% more banners than previous years“, und das Ergebnis war ein „$10 million decrease compared to the 2021 campaign“1. Derselbe Bericht hält fest, dass in jenem Jahr über 400 Banner aus dem gemeinsamen Entwurfsprozess mit Freiwilligen hervorgingen.
Der Bericht stellt die verlierende und die gewinnende Formulierung nicht nebeneinander, der konkrete Textunterschied bleibt also ungeprüft.
1.5 Ein A/B-Test mit veröffentlichten Rohdaten
Das Fundraising-Datenportal der Foundation5 veröffentlicht tägliche Spendenzahlen, Summen, Durchschnitte, Höchstwerte und Rückerstattungen seit 2007, dazu Kampagnenstatistiken seit 2006 und eine Fallstudie mit minutengenauen Einblendungs- und Spendenzahlen für beide Arme eines A/B-Tests.
Diese Fallstudie deckt einen Test vom 27. Februar bis 7. März 2013 ab, der ein Banner mit durchgehend fettem Text gegen eines mit nur einzelnen fetten Schlüsselstellen stellte. Die Auswertung auf Meta-Wiki schliesst mit „All Bold beat Some Bold by between about 8% and 12%“6.
Die Summen direkt aus der veröffentlichten CSV-Datei7 über ihre 11.100 Minutenzeilen ergeben Folgendes.
| Arm, wie in der CSV benannt | Einblendungen | Spenden | Spenden je Einblendung |
|---|---|---|---|
| Control | 89.699.900 | 45.621 | 0,0509 % |
| Variable | 90.166.600 | 50.299 | 0,0558 % |
Der höhere Arm schlägt den niedrigeren relativ um 9,7 %, was zur eigenen Zusammenfassung der Auswertung passt, dass „All Bold“ um „almost 10%“ gewann, und was innerhalb des dort genannten Intervalls von 8 bis 12 % liegt. Welcher der beiden CSV-Spaltennamen dem durchgehend fetten Banner entspricht, sagen weder die CSV noch die Auswertung, und die Benennung ist gegenläufig zur Erwartung, weil die Auswertung das durchgehend fette Banner „our normal style“ nennt, während der mit Control beschriftete Arm der schwächere ist. Diese Zuordnung ist ungeprüft. Die Auswertung nennt ausserdem eine eingeräumte Ungleichheit darin, wie oft die beiden Banner ausgeliefert wurden, die sie bucket skew nennt, und argumentiert, dass diese eine Kennzahl je Einblendung nicht verzerrt.
Die Zahl, die es mitzunehmen lohnt, ist die absolute. Ein Wikipedia-Spendenbanner brachte auf dem Höhepunkt einer Kampagne etwa fünf Spenden je zehntausend Einblendungen. Jede Konversionsangabe für ein Spendenbanner, die um Grössenordnungen darüber liegt, misst etwas anderes, höchstwahrscheinlich Klicks auf ein Formular statt abgeschlossener Spenden.
1.6 Saisonalität der Kampagnen, aus den veröffentlichten Tagesdaten gerechnet
Die Aggregation der veröffentlichten Tagesdaten8 nach Monat ergibt Folgendes, in US-Dollar wie veröffentlicht.
| Monat | Spenden | Summe | Durchschnittsgabe |
|---|---|---|---|
| November 2024 | 896.690 | 14.583.366 US-Dollar | 16,26 US-Dollar |
| Dezember 2024 | 2.367.594 | 39.480.433 US-Dollar | 16,68 US-Dollar |
| Juni 2025 | 449.201 | 4.643.951 US-Dollar | 10,34 US-Dollar |
| Dezember 2025 | 2.129.391 | 38.431.146 US-Dollar | 18,05 US-Dollar |
| Juni 2026 | 498.262 | 6.618.430 US-Dollar | 13,28 US-Dollar |
Der Dezember trägt rund die fünffache Spendenzahl eines ruhigen Monats, und die Durchschnittsgabe liegt im Dezember ebenfalls merklich höher. Der grösste Einzeltag der ganzen Reihe ist der 3. Dezember 2019 mit 357.230 Spenden. Das ist ein Effekt der Bannerkampagne und kein reiner Kalendereffekt, allerdings sind Kalender und Kampagne mit Absicht aufeinander gelegt.
1.7 Das laufende Spendenformular der Wikimedia Foundation, deutsche Sprachfassung
Das Formular wurde am 21. August 2026 gelesen, und zwar aus dem ausgelieferten HTML statt aus einer Darstellung9.
Die Steuerung der Häufigkeit ist eine dreiteilige Radiogruppe mit den Beschriftungen „Einmalig“, „Monatlich“ und „Jährlich“. Einmalig ist im Markup vorausgewählt:
Wikimedias Betragsleiter für deutsche Spendende besteht aus sieben Vorgaben und einem freien Feld, und keine Vorgabe ist vorausgewählt:
Auf derselben Seite stehen mehrere weitere Artefakte.
Die Bitte selbst nutzt eine Behauptung über das Verhalten anderer und einen Gegenseitigkeitsrahmen: „Denken Sie bitte darüber nach, wie oft Sie Wikipedia im vergangenen Jahr besucht haben. Wenn das Wissen, das Sie hier gewonnen haben, es wert war, schließen Sie sich bitte den 2 % der Lesenden an, die spenden!“ Die Angabe von 2 % ist Text auf der eigenen Seite und keine veröffentlichte Statistik, sie ist also eine Behauptung der Organisation und keine gemessene Grösse.
Es gibt eine Zwischenseite, die zur monatlichen Spende überredet, mit einer Überschrift und drei Schaltflächen, und das ist der Umwandlungsmechanismus zur Dauerspende in seiner schlichtesten Form: „Die monatliche Unterstützung ist der beste Weg, um sicherzustellen, dass Wikipedia weiter wächst“, gefolgt von „Ja, ich spende jeden Monat“, „Ja, ich spende monatlich, aber einen anderen Betrag“ und „Nein, danke! Ich spende einmalig“. Die Ablehnung ist vorhanden und klar formuliert.
Ein Kästchen zur Übernahme der Gebühren wird angeboten: „Ich füge X hinzu, um die Transaktionsgebühren zu decken, damit ihr 100 % meiner Spende behalten könnt.“
Der Abbuchungsrhythmus wird im Formular erklärt und nicht erst in einer Bestätigungsmail: „Monatliche Spenden werden jeweils am selben Tag des Monats wie Ihre erste Spende abgebucht, bis Sie Ihr Abonnement kündigen. Spenden, die am 29., 30. oder 31. eingehen, werden am letzten Tag kürzerer Monate abgebucht. Jährliche Dauerspenden werden am Jahrestag der ersten Spende abgebucht.“
Die Zustimmung zur E-Mail hat einen zweistufigen Rückfrageablauf. Wer mit „Nein, ich bin nicht in der Lage, zukünftige Unterstützung oder Beratung anzubieten“ ablehnt, bekommt „Tut uns leid, dies zu hören. Wir schicken nicht oft E-Mails. Würden Sie eventuell Ihre Meinung ändern?“ zu sehen.
Die steuerliche Lage wird klar und im ungünstigen Sinn benannt statt weggelassen. Spenden „können außerhalb der USA wahrscheinlich nicht von der Steuer abgeschrieben werden“.
Wikimedia bietet deutschen Spendenden diese Zahlungswege an: Kredit- und Debitkarte, PayPal, Apple Pay, Google Pay und „Per Lastschrift spenden (SEPA)“.
1.8 Wikimedia Deutschland führt eine eigene Kampagne und veröffentlicht seine Anwendung
Deutschland wird von Wikimedia Deutschland betreut und nicht von der Foundation, und WMDE baut seine Spendenanwendung öffentlich.
Die veröffentlichten Kampagnenzahlen sind Eigenangaben von WMDE. Die Kampagne 2023 hatte ein Ziel von 9,7 Millionen Euro, lief 60 Tage, erreichte das Ziel am 29. Dezember 2023 und bekam Spenden von mehr als 350.000 Menschen. Derselbe Beitrag nennt rund 30.000 Dauerspender, 3.500 während der Kampagne gewonnene neue Mitglieder und einen Mitgliederstand von etwa 109.50010. Die Kampagne 2025 startete am 27. Oktober 2025 mit einem Ziel von 8 Millionen Euro und ohne festes Ende: „Die Kampagne endet, sobald das Ziel erreicht ist“11.
Der Jahresbericht 2025 nennt die Aufteilung zwischen Einmalspenden und Mitgliedsbeiträgen, und das ist der nächstliegende veröffentlichte Näherungswert für den Anteil wiederkehrender Einnahmen im deutschen Kontext. 2025 verbuchte WMDE 12,3 Millionen Euro Spendenerträge gegen 6,9 Millionen Euro Mitgliedsbeiträge, bei 116.000 Mitgliedern zum Stichtag, nach 11,7 Millionen Euro, 6,2 Millionen Euro und 113.340 Mitgliedern im Jahr davor12. Die geprüfte Ergebnisrechnung im selben Bericht nennt 12.287.773 Euro Spendenerträge und 6.880.133 Euro Mitgliedsbeiträge. Der Mitgliedsbeitrag macht damit rund 36 % der Summe aus Spenden und Beiträgen aus, und er ist der Teil, der planbar eingeht.
Der Bericht nennt die Gesamtzahl in einem Satz: „Über eine halbe Million Menschen haben uns mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen in Höhe von 25,5 Mio. Euro ermöglicht, einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Freien Wissens in Deutschland und weltweit zu leisten.“ Das ist die Konzernzahl einschliesslich der Fördergesellschaft und deshalb grösser als die 12,3 Millionen Euro plus 6,9 Millionen Euro des Vereins selbst.
1.9 WMDE veröffentlicht die Konfiguration seiner laufenden A/B-Tests
Die Datei app/config/campaigns.yml in der Fundraising-Anwendung von WMDE ist die lebende Definition dessen, welche A/B-Tests laufen, samt Verweisen auf Phabricator. Am 21. August 2026 waren dort zwei Kampagnen aktiv13:
Zwei Dinge sind daran bemerkenswert. Die Namen der Gruppen sagen, was geprüft wird, nämlich ob die anonyme Spende überhaupt angeboten wird (no_anon) und ob der Adressschritt kompakt ist. Die Angabe param_only: true bedeutet, dass die Gruppe über einen URL-Parameter zugewiesen wird, den das Banner setzt, sodass Banner und Formular als ein Trichter getestet werden und nicht getrennt voneinander.
Das verlinkte Phabricator-Ticket dokumentiert die Änderung, veröffentlicht aber keine Ergebnisse1415. WMDE veröffentlicht die Ausgänge dieser Tests an keiner auffindbaren Stelle, die Gewinner bleiben also ungeprüft.
1.10 Das WMDE-Spendenformular, aus seiner eigenen Quelle
Die Standardkonfiguration nennt die Beträge in Eurocent16:
- Vorgabebeträge für Spenden:
500, 1500, 2500, 5000, 7500, 10000, 25000, 30000, also 5, 15, 25, 50, 75, 100, 250 und 300 Euro. - Vorgabebeträge für Mitgliedschaften:
500, 1500, 2400, 5000, 7500, 10000, 25000, 30000, also dieselbe Leiter, nur mit 24 Euro statt 25 Euro. - Mindestspende 1, Höchstbetrag 100.000.
- Freigeschaltete Zahlarten:
BEZfür Spenden und Mitgliedschaften, dazuUEB,MCPundPPLnur für Spenden.
Die Kürzel sind im Zahlungskontext definiert17:
Die Folge ist der interessante Teil. Die einzige Zahlart, die für eine wiederkehrende Mitgliedschaft freigeschaltet ist, ist das Lastschriftverfahren.
Die deutschen Oberflächentexte geben den genauen Wortlaut, gelesen am 21. August 202618:
| Schlüssel | Deutscher Text |
|---|---|
donation_form_payment_interval_title | Wie häufig möchten Sie spenden? |
donation_form_payment_interval_0 bis _12 | einmalig, monatlich, vierteljährlich, halbjährlich, jährlich |
donation_form_payment_amount_title | Welchen Betrag möchten Sie spenden? |
donation_form_payment_amount_help_text | Bitte wählen Sie einen Betrag aus der Liste oder geben Sie unten einen Wunschbetrag ein. |
donation_form_custom_placeholder | 30 |
donation_form_payment_amount_error | Sie müssen aufgrund anfallender Gebühren leider einen Mindestbetrag von 1 Euro angeben. Wenn Sie weniger spenden möchten, überweisen Sie bitte direkt an das unten angegebene Spendenkonto. |
donation_form_finalize | Jetzt spenden |
donation_form_summary_headline | Sie spenden: |
donation_form_payment_summary | Sie spenden: {interval} {formattedAmount} per {paymentType} |
form_trust_message | Verschlüsselte Datenübertragung und sichere Bezahlung |
In dieser Textdatei sind fünf Entscheidungen der Oberfläche sichtbar, und alle fünf verdienen es, benannt zu werden.
Die Leiter der Intervalle ist fünf Optionen breit und nicht zwei. Vierteljährlich und halbjährlich stehen neben monatlich und jährlich.
Das freie Betragsfeld trägt den Platzhalter 30, der ankert, ohne vorauszuwählen.
Der Mindestbetrag wird in der Fehlermeldung begründet, indem der Grund genannt wird, nämlich die Transaktionsgebühren, und sie bietet einen Weg um den Mindestbetrag herum an, statt schlicht abzulehnen.
Der mitlaufende Zusammenfassungssatz „Sie spenden: {interval} {formattedAmount} per {paymentType}“ nennt die vollständige Verpflichtung in einer Zeile, bevor bestätigt wird, und genau das empfiehlt Mollie zur Verringerung von Lastschriftrückgaben (siehe Abschnitt 5).
Der Adressschritt ist eine dreiteilige Wahl, bei der die Folge jeder Option ausgeschrieben ist, statt eines einzelnen Kästchens:
| Schlüssel | Deutscher Text |
|---|---|
donation_form_address_choice_title_addresstype | Möchten Sie Ihre Kontaktdaten angeben? |
donation_form_address_choice_fulladdress_addresstype | Vollständige Kontaktdaten |
donation_form_address_choice_fulladdress_notice_addresstype | Nur so können wir Ihnen eine Spendenquittung per Post zusenden. Außerdem erhalten Sie eine Bestätigung per E-Mail. |
donation_form_address_choice_emailonly_addresstype | Mit E-Mail-Adresse |
donation_form_address_choice_emailonly_notice_addresstype | Sie verzichten auf eine Spendenquittung, erhalten aber eine Bestätigung per E-Mail. |
donation_form_address_choice_noaddress_addresstype | Gar keine Kontaktdaten |
donation_form_address_choice_noaddress_notice_addresstype | Sie verzichten sowohl auf eine Spendenquittung als auch auf eine Bestätigung per E-Mail. |
donation_form_address_choice_direct_debit_disclaimer | Für Lastschriften ist die Angabe einer Adresse erforderlich. |
receipt_needed_donation_page | Ich benötige eine Spendenquittung (nur per Post möglich). |
receipt_opt_out | Ich benötige keine Spendenquittung. |
Daraus folgen zwei Zwänge, die für jedes deutsche Spendenformular gelten. Lastschrift und Anonymität schliessen einander aus, weil das Mandat eine Adresse braucht. Und die Spendenquittung ist der einzige Grund, aus dem ein deutsches Spendenformular überhaupt nach einer Postadresse fragt, was bedeutet, dass ein Projekt ohne das Recht zur Quittung keinen Grund hat, danach zu fragen.
Ein weiterer Text benennt eine Beschränkung der Zahlart unmittelbar. donation_form_SUB_payment_type_info lautet „Eine regelmäßige Zahlung per Sofortüberweisung ist nicht möglich.“ Nicht jede Zahlart kann eine Dauerspende tragen, und WMDE sagt das an der Stelle der Wahl statt später zu scheitern.
2. Open-Source-Projekte, die ihre Finanzierung offenlegen
Jede Zahl in diesem Abschnitt ist eine Eigenangabe des Projekts, sofern nichts anderes dabeisteht. Laufende Zähler wurden am 21. August 2026 gelesen und stehen inzwischen anders. Wo eine Seite sich einem einfachen Abruf verweigerte, wurde sie mit einer Browser-Kennung geholt und aus dem ausgelieferten Markup gelesen, was an der jeweiligen Aussage vermerkt ist.
2.1 Das Muster, das sich bei allen wiederholt
Sechs der sieben betrachteten Projekte haben dieselbe Form: eine benannte Leiter monatlicher Mitgliedschaften in einem Widget auf einer eigenen Seite, daneben eine getrennte Leiter für Einmalspenden, und irgendwo auf halber Höhe eine Schwelle, ab der der Name der spendenden Person im Produkt oder auf der Website erscheint. Die Unterschiede liegen im Detail, und im Detail liegt der Beleg.
| Projekt | Vorbelegtes Intervall | Monatsleiter | Name erscheint ab | Laufender Stand, 21. Aug. 2026 |
|---|---|---|---|---|
| Blender Development Fund | einmalig | 5, 10, 25, 50, 100, 250 Euro | 25 Euro (Gold) | 286.778 Euro im Monat, 7.613 Einzelpersonen, 47 Unternehmen |
| Godot Development Fund | monatlich, Gold vorausgewählt | 5, 10, 25, 50, 100, 250 Euro | 25 Euro (Gold) | 35.409 Euro im Monat, 1.814 Mitglieder, 23 Sponsoren |
| Krita Development Fund | monatlich | 5, 10, 25, 50, 100, 250 Euro | 25 Euro (Gold) | 2.410 Euro im Monat, 242 Einzelpersonen, 0 Unternehmen |
| Django Software Foundation | monatlich, 50 US-Dollar vorausgewählt | 25 bis 2.500 US-Dollar | 1.000 US-Dollar kumuliert | 220.344,61 US-Dollar von 500.000 US-Dollar Ziel |
| Zig Software Foundation | monatlich, freies Feld mit 10 US-Dollar vorbelegt | 5 bis 5.000 US-Dollar | 50 US-Dollar im Monat | 230 laufende Sponsoren auf GitHub |
| Ladybird | einmalig | 5, 10, 20 US-Dollar | nie, für Einzelpersonen | keine Zahlen veröffentlicht |
Die Belege für jede Zeile stehen weiter unten bei den einzelnen Projekten.
2.2 Blender
Die Bitte lebt auf einer eigenen Subdomain mit genau zwei Navigationspunkten, „Development Fund. Support core development with a monthly contribution.“ und „One-time Donations.“19. Die Bitte in der Anwendung selbst ist ein einziger Eintrag im Hilfemenü mit dem Hinweistext „The donation program to support maintenance and improvements“, und eine Suche nach dieser Zeichenfolge im gesamten Engine-Repository liefert nur diese eine Datei, es gibt also keinen Aufruf im Startbildschirm20.
Das Spendenwidget ist ein eigenes Dokument, das zur Laufzeit in drei regionalen Varianten geladen wird, ausgewählt nach Ländercode21. Einmalig ist der vorbelegte Reiter, im Markup als active gekennzeichnet, während der Monatsbereich eingeklappt ist. Die Monatsleiter ist in jeder Region gleich, mit Bronze 5, Silver 10, Gold 25, Platinum 50, Titanium 100 und Diamond 250, während die Leiter für Einmalspenden sich für wohlhabendere Regionen nach oben verschiebt und in der niedrigsten Variante von 5 bis 250 und in der höchsten von 25 bis 500 läuft, mit dem freien Feld entsprechend auf 5, 10 oder 25 vorbelegt22. Die beiden anderen Varianten liegen unter derselben Adresse mit dem Parameter o=a und o=b. Es gibt nur monatlich und einmalig, eine Jahresoption fehlt, und in keiner Variante taucht ein Kästchen zur Übernahme der Gebühren auf.
Die Schwellen der Nennung lassen sich direkt aus dem Markup ablesen, als data-name="true" ab Gold bei 25 Euro und data-link="true" ab Titanium bei 100 Euro.
Zwei Sätze auf den Blender-Seiten taugen unmittelbar als Textvorbild. Zum Einfluss: „Final decisions on assigning developer grants will be made by the Blender Foundation“, abgemildert durch „We expect that with the badges, development fund members have a good way to make sure they're being heard“23. Zur Steuer: „Blender is not an official recognized charity (*), for that reason donations do not offer tax benefits“, mit einer Fussnote, dass es „appears to be increasingly difficult to do get this status for free/open source projects“23. Das ist ein Projekt in einer rechtlich vergleichbaren Lage wie eine private deutsche Website, das die Lage offen benennt statt zu schweigen.
Veröffentlichte Zahlen: Einnahmen 2024 von 3.106.361 Euro gegenüber 2.553.392 Euro in 2023, davon Development Fund von Einzelpersonen 612.402 Euro (20 %), Dev Fund Patron 1.172.704 Euro (38 %), Dev Fund Corporate 355.495 Euro (11 %) und allgemeine Kleinspenden 618.785 Euro (20 %). Die Transaktionsgebühren lagen bei 99.608 Euro oder 3 % der Einnahmen24.
Die nützlichste Zeile dieses Berichts ist eine veröffentlichte Aufteilung zwischen einmalig und wiederkehrend für eine Kampagne, die sonst niemand in dieser Datei liefert. Die Aktion zum dreissigjährigen Bestehen im Dezember 2023 brachte „over 10 000 gifts, evenly divided between one-time donations and Development Fund memberships, raising over 200k EUR in one month“24. Eine Kampagne rund um ein Jubiläum verwandelte die Hälfte ihrer Gaben in Mitgliedschaften.
Blender veröffentlicht ausserdem einen laufenden Aktivitätsstrom je Spende, der über 8.599 Seiten Einzelereignisse reicht und anonyme Gaben mit namentlichen Mitgliedsverlängerungen mischt, dazu einen Datensatz für Diagramme mit tagesgenauen Bruttoerlösen und der Zahl bezahlter Bestellungen für jede der sieben Stufen2519.
2.3 Godot
Godot wählt sowohl das Intervall als auch die Stufe vor. Der Container des Widgets trägt data-selected="gold" data-type="monthly", wer die Seite öffnet, landet also auf einer Mitgliedschaft für 25 Euro im Monat26. Die Leiter für Einmalspenden reicht von 25 bis 500 Euro, mit dem freien Feld auf 100 vorbelegt. Die Schaltfläche heisst „Register & Donate“ statt „Donate“, weil eine Mitgliedschaft ein Konto anlegt.
Die Grenze der Nennung steht im Stylesheet, mit dem Namen ab Gold und dem Link ab Titanium27, und sie wird im ausgelieferten Artefakt eingehalten. DONORS.md nennt 329 Einzelmitglieder hinunter bis Gold, schliesst diesen Abschnitt mit „And 110 anonymous donors“ und deckt danach alle darunter mit einem einzigen Satz ab: „There are even more donors that support the project with a small monthly donation. Every bit counts and we thank every one of them for their amazing support!“28. Wer 10 Euro gibt, wird gemeinsam gedankt, wer 25 Euro gibt, wird genannt.
Godot ist das einzige betrachtete Projekt, das eine Methodenseite zum eigenen Zähler veröffentlicht, und die lohnt sich als Vorbild ehrlicher Offenlegung. Die Monatszahl „combines contributions from multiple sources: active subscriptions processed through Patreon, legacy PayPal subscriptions (from before July 2024), and donations via our new subscription system“, und die Stiftung benennt ihre eigene Grenze: „Factors such as fees, currency conversions, and other costs are not accounted for in these calculations, which may affect the final amount received by the Godot Foundation.“29. Dieselbe Seite erklärt, warum Einmalspenden im Dezember 2024 aus dem Monatszähler herausgelöst wurden. Eine einzelne Gabe von 100.000 US-Dollar auf zwölf Monate zu verteilen „made it seem like donation levels dropped significantly at the end of the year“.
Veröffentlichte Zahlen: der Bericht 2024 schliesst das Jahr mit „€49,678 per month, with 1,518 individuals donating monthly, and 18 corporate sponsors“ ab, dazu „a little over €100,000 in one-time donations“30. Der gesonderte Finanzbericht nennt einen Nettoertrag von 841.996 Euro gegenüber 517.832 Euro in 2023 und ein Nettoergebnis von 83.725 Euro, und der Buchprüfer stellt klar fest: „We have not performed any audit or review procedures which would enable us to express an opinion or a conclusion as to the fair presentation of the financial statements“31.
Eine Abweichung zwischen zwei ihrer eigenen Zahlen gehört festgehalten. Der laufende Monatswert von 35.409 Euro, gelesen am 21. August 2026, liegt deutlich unter den 49.678 Euro, die der Bericht 2024 für das Jahresende nennt, während die Mitgliederzahl von 1.518 auf 1.814 gestiegen ist. Keine der beiden Oberflächen erklärt das.
2.4 Krita
Kritas Bitte ist die zersplittertste, und Krita ist das einzige Projekt dieser Übersicht, das etwas verkauft.
Das Banner in der Anwendung würfelt zwischen zwei Überschriften und zwei Unterzeilen, nämlich „Become a Supporter!“ oder „Support Krita!“ über „Supporters get brush packs and more.“ oder „Contributions keep development going.“32. Dieselbe Quelldatei hält eine Store-Auflage fest, die die Bitte formt: „macOS store version should not contain external links containing donation buttons or forms“.
Das PayPal-Formular für Einmalspenden auf der Website setzt no_recurring auf 1, und die Seite lenkt europäische und grosse Spendende ausdrücklich an den Zahlungsdienstleistern vorbei: „If you are in the EU, or if you want to donate larger sums, it will usually be best to use a direct bank transfer, to avoid Paypal's fees.“33. Eine getrennte Altseite existiert allein deshalb, weil „Our normal payment processor doesn't support PayPal for monthly payments“, mit einem angegebenen Mindestbetrag von 3 Euro34.
Die Leiter des Development Fund deckt sich mit der von Blender und Godot bei 5 bis 250 Euro im Monat, mit einer Jahresoption, die einen Klick tief hinter „Plan variations available“ liegt. Für Gold lautet die Wahl „€ 25 / month (currently selected)“ oder „€ 300 / year“, also zwölf Monate zu 25 Euro ohne Rabatt und ohne Aufschlag3536.
Der Android-Build ist der Ausreisser der ganzen Übersicht, weil dort ein Produkt zurückgegeben wird. Der Textkatalog beschreibt ein „Supporter Subscription“ als „Support Krita's development with a monthly contribution. While subscribed, you get access to **all** supporter benefits as they are released. You currently receive %1$d resource bundles together containing over %2$d brushes, including the paid Digital Atelier bundle“, daneben ein einmaliges „Krita 5.3 Supporter Pack“ mit dem Vermerk „This is a **one-time purchase**, you won't be entered into a subscription“37. Das ist genau die Grenze, die Abschnitt 7.5 umsatzsteuerlich beschreibt, hier bewusst überschritten.
Krita benennt seine steuerliche Lage so klar wie Blender: „The Stichting Krita Foundation is a Dutch non-profit but not a charity (ANBI). Gifts are not tax-deductable.“33. Es behält sich zugleich ein Veto über die Gegenleistung vor: „We reserve the right to not publish names and/or URLS, unconditionally“, und „We will add 'no follow' tags to urls.“38.
Veröffentlichte Zahlen: 2.410 Euro im Monat, 242 Einzelpersonen, 0 Unternehmensmitglieder auf der laufenden Seite, mit dem Vorbehalt, dass darin „also include the donation from our old system“35. Die Berichterstattung ist praktisch eingestellt. Die letzte Grössenangabe ist fünf Jahre alt und nennt „200 subscribers“ sowie „about 4000 euros per month“39, und der letzte vollständige Einnahmenbericht deckt 2017 ab, samt dem Eingeständnis „we ended the year € 9.211,84 poorer than we started“ und der damaligen Zusage „We decided at the last sprint to publish a yearly report on Krita's income and outlay“40. Diese Zusage wurde seither nicht gehalten. Krita ist das Gegenbeispiel dieser Datei: dasselbe Widget wie bei Blender und Godot, eine Grössenordnung weniger Geld und aufgegebene Berichterstattung.
2.5 Django Software Foundation
Djangos Formular ist das konventionellste und das einzige mit vier Intervallen: „Monthly donation“, „Quarterly donation“, „Yearly donation“ und „One-time donation“, in dieser Reihenfolge, ohne ausdrückliches selected, sodass der Browser das erste nimmt. Der Standardwert der Absendeschaltfläche lautet wörtlich Donate monthly41. Die Betragsleiter läuft von 25 bis 2.500 US-Dollar, wobei 50 US-Dollar ausdrücklich vorausgewählt sind. Eine Option zur Übernahme der Gebühren gibt es nicht.
Die Schwelle der Nennung steht direkt unter dem Formular, „Your logo will be visible below if you contribute at least US $1,000.00“, und sie verfällt: „Leadership-level donors contribute at least $1,000 and have donated in the last 365 days“41. Diese Aktualitätsregel ist die einzige verfallende Anerkennung, die sich in dieser ganzen Übersicht findet.
Django trennt Geld und Mitsprache schärfer als alle anderen. Die Individual Membership trägt zwar eine Stimme, weil Mitglieder „eligible to vote for the DSF Board and Steering Council“ sind, aber Mitglieder „are appointed by the DSF in recognition of their contribution to the DSF's mission“, und jedes genannte Beispiel dafür ist Arbeit und nicht Geld: Code oder Dokumentation beitragen, Pull Requests prüfen, Lernmaterial erstellen, sich an Forendiskussionen beteiligen, eine Veranstaltung organisieren oder in einer Arbeitsgruppe mitwirken42.
Der laufende Fortschrittsbalken veröffentlicht auch die Lücke und nicht nur die Summe, was selten ist: „44% funded“, „$220,344.61 donated of a $500,000.00 USD goal for 2026“, und „To reach our goal, we should have raised $319,178 by this point“, gelesen am 21. August 202641. Die Seitenleiste im Stiftungsbereich trägt eine einzige wechselnde Zeile, die eine reale kürzliche Spende namentlich nennt, sodass der Beleg anderer Menschen und die Bitte dasselbe Element sind43.
Veröffentlichte Zahlen: das Budget 2024 betrug 296.583 US-Dollar, davon 195.300 US-Dollar von Unternehmen und 94.156 US-Dollar von Einzelpersonen, gegen 229.893 US-Dollar Löhne und einen Überschuss von 18.982 US-Dollar44. Die dauerhafte Mischung wird als „65% donated by corporate members, 35% donated by individual donors“ angegeben, vor einer historischen Grundlinie von „only around $250,000 per year“45. Das Profil bei GitHub Sponsors zeigt 146 laufende und 488 frühere Sponsoren bei 61 % eines Monatsziels von 15.000 US-Dollar, gelesen am 21. August 202646, und seine neun Monatsstufen bilden ausdrücklich dieselben Listungen ab wie das Hauptformular.
2.6 Zig Software Foundation
Zig macht die Release Notes zu einer Spendenfläche. Die Notes zu 0.16.0 beginnen mit einem Absatz zur Finanzierung noch vor dem ersten technischen Satz und enden mit einer namentlichen Sponsorenliste47, und die Jahresberichte sind als Spendenaufrufe betitelt, nämlich „2025 Financial Report and Fundraiser“48.
Die Bitte um Dauerspenden ist im Befehlston gehalten, wiederholt sich nahezu wortgleich über mehrere Flächen und trägt immer ihren Grund mit: „Please consider a recurring donation so that we can offer more billable hours to our core team members. This is the most straightforward way to accelerate the project along the Roadmap to 1.0.“ (Release Notes). Im Finanzbericht ist sie direkter: „I for one do not enjoy asking for money, but in the interest of our users and contributors, it would be irresponsible not to. Please sign up for a monthly donation if you can.“
Der vorgeschlagene Betrag wird genannt, und er hat sich zwischen den Berichten bewegt, von „Can you spare $5-10 per month?“ im Jahr 2024 zu „Can you spare $10 per month?“ im Jahr 2025. Beide nennen denselben Grund, und dieser Grund handelt von Unabhängigkeit und nicht von Not: „This is our favorite kind of donation because it helps diversify ZSF's income, keeping us free from undue influence from any single party.“
Die Leiter bei GitHub Sponsors ist die eigenständigste Bitte der Übersicht, weil ab 25 US-Dollar jede Sprosse in Entwicklerstunden statt in Geld ausgezeichnet ist49:
| Pro Monat | Beschreibung im Original | Auf Deutsch |
|---|---|---|
| 5 US-Dollar | „A meaningful contribution for a nimble organization.“ | Ein spürbarer Beitrag für eine bewegliche Organisation. |
| 10 US-Dollar | „Let's reclaim control of Open Source software development!“ | Holen wir uns die Kontrolle über die Entwicklung quelloffener Software zurück. |
| 25 US-Dollar | „This funds 30 minutes of paid developer work per month. Brilliant!“ | Das finanziert 30 Minuten bezahlte Entwicklungsarbeit im Monat. |
| 50 US-Dollar | „This funds one hour of paid developer work per month.“ | Das finanziert eine Stunde bezahlte Entwicklungsarbeit im Monat. |
| 100 US-Dollar | „This funds two hours of paid developer work per month. With just 40 other people donating this amount, it would be enough to hire someone.“ | Das finanziert zwei Stunden im Monat. Mit nur 40 weiteren Menschen, die denselben Betrag geben, reicht es für eine Anstellung. |
| 400 US-Dollar | „This funds 8 hours of paid developer work per month. With just 10 other people donating this amount, it would be enough to hire someone.“ | Das finanziert acht Stunden im Monat. Mit nur zehn weiteren Menschen reicht es für eine Anstellung. |
| 5.000 US-Dollar | „This funds 100 hours of paid developer work per month!“ | Das finanziert 100 Stunden bezahlte Entwicklungsarbeit im Monat. |
Die Gegenleistung an Offenheit ist echt. Der Bericht 2025 schlüsselt die Einnahmen 2024 von 670.672,59 US-Dollar nach benannter Herkunft auf, darunter GitHub Sponsors mit 170.656,04 US-Dollar, eine namentlich genannte Einzelperson mit 150.000,00 US-Dollar, Every.org mit 90.097,45 US-Dollar und vier namentlich genannte Unternehmen, gegen Ausgaben von 520.748,91 US-Dollar, von denen 306.362,09 US-Dollar auf Auftragsarbeit „at a stated $60 per hour“ entfielen, mit dem Fazit „we still managed to spend 92% of our money in 2024 paying contributors for their time“48. Die Zahlen für 2023 zeigen, wie anders die Mischung war, mit einem Unterstützungsvertrag von Uber über 184.800,00 US-Dollar als grösstem Einzelposten50.
Zig empfiehlt Spendenden ausserdem, die Plattform zu verlassen, auf der es gelistet ist, und stattdessen Every.org zu nutzen, „since they process receipts and are a non-profit organization themselves“.
Zwei Dinge, die zu erwarten gewesen wären, fehlen. Zig veröffentlicht in keinem der Berichte eine Zahl der Spendenden, keine Durchschnittsgabe und keinen Anteil wiederkehrender an einmaligen Gaben. Die stärkste Aussage bleibt qualitativ, nämlich dass „with our current level of recurring income, we will not be able to renew everyone's contracts“. Und die Offenheit ist zurückgegangen. Die Stiftungsseite behauptet weiterhin „Finances, meeting minutes, and other details are available to the public“ und verlinkt einen Drive-Ordner, dessen Finanztabelle inzwischen nur noch einen Verweis auf die Website der IRS enthält, an der Stelle, an der zuvor das Buchungsjournal stand, samt der Zusage von 2022, „publish updates on a monthly cadence from now on“5152. Beide Punkte sind Korrekturen an der Erwartung und keine Befunde.
2.7 Ladybird
Ladybird ist der nützliche Gegenfall, weil das Projekt die beiden üblichen ertragssteigernden Mechaniken bewusst ablehnt und nichts veröffentlicht.
Der Rahmen ist eine Behauptung über Unabhängigkeit und keine Bitte: „Ladybird is funded entirely by donations and sponsorships. No search deals, no data collection, no ads.“53. Einmalig ist im Donorbox-Formular vorbelegt, und die Leiter unterscheidet sich je Intervall, mit 10, 25 und 50 US-Dollar einmalig, 5, 10 und 20 US-Dollar monatlich sowie 100 und 250 US-Dollar jährlich, bei einem freien Feld mit einer Obergrenze von 999 US-Dollar54.
Die abgelehnten Mechaniken sind in der Konfiguration des Formulars sichtbar und nicht nur erschlossen. Donorbox setzt eine Option zur Übernahme der Gebühren allgemein um, aber weder ask_for_cover_fee noch processing_fee kommt irgendwo im ausgelieferten Markup von Ladybird vor, und fee_amount ist fest auf 0 gesetzt. Das Nachfassen für die Dauerspende ist mit enable_upsell_one_time_donors auf false abgeschaltet54. Die Gebühren werden stattdessen dadurch behandelt, dass grosse Spendende am Formular vorbeigeschickt werden: „For larger donations, please contact us directly to avoid processing fees.“53.
Einzelne Spendende bekommen überhaupt nichts, keine Listung, kein Abzeichen, keine Mitgliedschaft, keine Stimme. Unternehmenssponsoren bekommen eine Listung für ein Jahr, und die Abwesenheit von Einfluss ist selbst das Angebot: „All sponsorships are in the form of unrestricted donations. Board seats and other forms of influence are not for sale, and sponsors have no say in our technical roadmap or product direction.“53.
Ladybird veröffentlicht keinen Finanzbericht. Die Organisationsseite hat einen Abschnitt „Financials“, dessen gesamter Inhalt „To be published soon.“ lautet, und das neben sieben vollständig veröffentlichten Dokumenten zu Führung und Steuern, das Fehlen ist also gezielt55. Die einzigen Zahlen überhaupt sind Vorausschätzungen im am 26. Juni 2024 unterzeichneten Formular 1023, das Zuwendungen von 500.000, 600.000 und 700.000 US-Dollar für 2024 bis 2026 gegen Gehälter von 300.000, 650.000 und 750.000 US-Dollar vorhersagt56. Ein vernachlässigtes Konto bei Open Collective weist einen Stand von 6.374,82 US-Dollar und 30 Unterstützende aus, was die Hauptseite nie erwähnt57.
2.8 Open Collective, und was ein öffentliches Buch tatsächlich zeigt
Open Collective verkauft die Bitte nicht auf seiner Startseite. Die Überschrift lautet „Raise, manage and disburse money with full transparency.“, und die einzigen zusammenfassenden Angaben sind sechs undatierte Zahlen, darunter „10K+ Collectives“ und „$40M Money Managed“58. Die konkrete Aussage zur Offenheit steht in der Dokumentation. Budgets sind öffentlich und „Everyone can see where the money comes from and what it's spent on“, mit der genannten Einschränkung, dass Belege und die E-Mail-Adressen der Einreichenden zurückgehalten werden59.
Drei am 21. August 2026 gelesene Bücher zeigen, was das in der Praxis heisst.
| Collective | Gesamt eingenommen | Kontostand | Beitragende | Aufteilung wiederkehrend veröffentlicht |
|---|---|---|---|---|
| webpack | 1.749.402,20 US-Dollar | 95.061,16 US-Dollar | 2.736 laut Seite | 168 aktiv monatlich, 1 jährlich, 2.568 einmalig |
| Babel | nicht gelesen | nicht gelesen | nicht gelesen | 820 wiederkehrend im Wert von 1.150.878 US-Dollar gegen 731 einmalig im Wert von 696.350 US-Dollar |
| Vue.js | 873.709,35 US-Dollar | 50.744,72 US-Dollar | 877 | nicht veröffentlicht |
Die drei Bücher liegen bei Open Collective offen606162, und dieselben Zahlen lassen sich über die öffentliche GraphQL-Schnittstelle abfragen63.
Babels Buch ist die einzige Stelle in dieser ganzen Datei, an der ein Projekt seine Aufteilung zwischen wiederkehrenden und einmaligen Gaben als echtes Geld statt als Prozentwert veröffentlicht. Wiederkehrend sind 62 % der Summe nach Wert und stammen aus 53 % der Beiträge.
Jedes Buch veröffentlicht zu jeder Ausgabe den realen Namen der empfangenden Person, den Betrag, das Datum, den Status einschliesslich Ablehnungen und eine Kategorie oder Markierung. Zu den jüngeren Ausgaben bei webpack gehört ein Posten über 500,00 US-Dollar mit dem Status REJECTED unter einem realen Namen, daneben „Development and communication (07/2026)“ über 7.000,00 US-Dollar. Babels Buch zeigt eine Domainverlängerung über 89,20 US-Dollar neben einer Gehaltszahlung über 6.600 US-Dollar.
Mechanisch: es gibt drei Intervalle, nämlich einmalig, monatlich und jährlich, dazu flexible Stufen. Wiederkehrende Beiträge laufen nur über Stripe oder PayPal, und ein Beitrag als Gast ist möglich, aber nur einmalig, weil „Recurring donations require an Open Collective account“64. Eine dokumentierte Option zur Übernahme der Gebühren gibt es nicht. Was es an der Kasse gibt, ist ein Trinkgeld an die Plattform, das „a donation to the Open Collective platform which is added on to your contribution“ ist, freiwillig, veränderbar und neben einer Dauerspende ebenfalls wiederkehrend65. Der Träger Open Source Collective berechnet eine Trägergebühr von 10 %.
Die Gegenleistung ist standardmässig ein öffentlicher Name mit Bild, mit einer Inkognito-Option, die beschrieben wird als „Stay Anonymous. The amount you give will be public, but your name and details will not.“ Ein Logo in einer README oder auf einer Website gibt es nur, weil das Projekt dieses Versprechen in eine frei beschreibbare Stufenbeschreibung getippt hat, und die Plattform garantiert dafür nichts. Babel weist es ausdrücklich zurück und sagt, „a donation does not guarantee a logo and link will appear on babeljs.io“. Keine Stufe bei einem der drei Collectives bietet eine Stimme, und eine Suche in der gesamten Dokumentationsübersicht nach Begriffen der Mitbestimmung liefert nichts, was finanziell Beitragende beträfe.
Die eigene Berichterstattung des Open Source Collective besteht aus einer zweiteiligen Vorstandsmitteilung vom 30. Mai und 3. Juni 2025, und sie beginnt mit dem Eingeständnis, überfällig zu sein66. Sie berichtet von rund 12,5 Millionen US-Dollar an Beiträgen im Jahr 2024, von „33,187 [sponsors] vs. 33,761 in 2023“, und von Auszahlungen an Maintainer über 9,7 Millionen US-Dollar, womit der ausgezahlte Anteil des eingehenden Geldes von 44 % im Jahr 2021 auf „nearly 80%“ im Jahr 2024 stieg. Der Anteil wiederkehrender Beiträge taucht nur als Vorausschätzung auf: „We expect to receive $6 million in recurring sponsorships in 2025 and $6-9 million in one-time donations on behalf of our projects“67, was den wiederkehrenden Anteil in der Mitte der genannten Spanne bei rund 44 % des erwarteten Eingangs verortet.
Die ehrliche Lesart von Open Collective lautet: das Buch ist auf der Ebene, auf der es zählt, wirklich offen, weil Empfangende, Beträge, Kategorien und Ablehnungen ohne Konto einsehbar sind, während die zusammenfassenden Zahlen, auf die man zuerst trifft, undefiniert bleiben. An einem einzigen Tag meldete webpack drei verschiedene Zahlen von Beitragenden über die Seite und zwei API-Felder hinweg, und der Open Source Collective meldete vier verschiedene Projektzahlen über seine eigenen Flächen hinweg, von denen nur die API-Zahl eine Definition trug.
2.9 Was sich in diesem Abschnitt nicht prüfen liess
Die Liste der Zahlungswege im Stripe-Checkout von Blender, weil die gehostete Sitzung im Browser gerendert wird und keinen veröffentlichbaren Schlüssel preisgibt. Kritas Zahlungswege und eine mögliche Option zur Gebührenübernahme, weil der Checkout ein KDE-Identity-Konto verlangt. Kritas Stripe-Leiter für Einmalspenden und seine Liberapay-Zahlen, die hinter einer Cloudflare-Prüfung liegen. Jeder Einnahmenbericht von Krita nach 2018. Die Aufteilung der Godot Foundation für 2024 zwischen Dauerspenden, Einmalspenden und Sponsoring, deren Posten im Anhang benannt sind, deren Werte aber in der Textebene des PDF fehlen. Das Spendenformular von Every.org für Zig, das bei vier Versuchen mit HTTP 429 hinter einer Sicherheitsschranke antwortete, sodass Leiter, vorbelegtes Intervall und Zahlungswege auf der von Zig bevorzugten Plattform unbekannt sind. Zigs Zahl der Spendenden, seine Durchschnittsgabe und sein wiederkehrender Anteil, die nirgends veröffentlicht sind. Ladybirds tatsächliche Einnahmen für irgendein abgeschlossenes Jahr. Das plattformseitige vorbelegte Intervall und die Vorgabeleiter bei Open Collective, weil der Checkout vollständig im Browser gerendert wird. Die Definitionen hinter jeder Angabe zu „total raised“ und „contributors“ bei Open Collective. Und jede unabhängige Prüfung der Zahlen des Open Source Collective oder der Godot Foundation. ungeprüft
3. Thunderbird im Detail
Thunderbird ist die nächstliegende veröffentlichte Entsprechung zu einem kleinen Softwareprojekt, das seine eigenen Nutzenden um Geld bittet, und es ist ungewöhnlich auskunftsfreudig mit Verteilungen statt nur mit Summen. Alle Zahlen sind Eigenangaben der MZLA Technologies Corporation im Thunderbird-Blog.
3.1 Die Bitte in der Anwendung
Der Finanzbericht 2022 führt den Zuwachs jenes Jahres auf zwei Dinge zurück, nämlich die Veröffentlichung von Thunderbird 102 und „a first-of-its-kind, in-app donation appeal at the end of year“68. Der Bericht trennt die Ertragswirkung der Bitte nicht von der Veröffentlichung, nennt die Laufzeit nicht und zitiert den Text nicht, die Wirkung der Bitte für sich genommen bleibt also ungeprüft.
Der eigene Rückblick des Projekts beschreibt den Mechanismus schlicht. Allen Nutzenden wurde in der Anwendung eine Spendenbitte gezeigt, mit der Erklärung, dass es echte Unterstützung braucht, wenn Thunderbird bleiben soll, und dem Versuch, über den Bedarf ehrlich und beim Wie und Wann der Bitte zurückhaltend zu sein69.
Die Bitte wird als Webseite innerhalb der Anwendung ausgeliefert, versioniert je Release. Die Seite für Thunderbird 128 trägt die Überschrift „Help keep Thunderbird Alive!“ und den Text „Thunderbird's mission is to give you the best privacy-respecting, customizable communication experience possible… Your support is vital in keeping Thunderbird development alive and thriving“70. Die eigentliche Betragsleiter auf dieser Seite wird von einem fremden Widget gerendert (Fundraise Up), das im ausgelieferten HTML nicht auftaucht, die Vorgabebeträge und die Formulierung zur Dauerspende auf der Aufrufseite bleiben also ungeprüft.
3.2 Die veröffentlichten Zahlen
| Jahr | Summe | Transaktionen | Spendende | Wiederkehrend | Durchschnitt | Median |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2022 | 6.442.704 US-Dollar | nicht genannt | rund 300.000 tägliche Nutzende vertreten | nicht genannt | rund 21 US-Dollar | nicht genannt |
| 2023 | 8,6 Mio. US-Dollar, +34,5 % | über 515.000 | über 300.000 | 26 % der Transaktionen | 16,90 US-Dollar | 11,12 US-Dollar |
| 2024 | 10,3 Mio. US-Dollar, +19 % | über 539.000 | über 335.000 | 25 % der Beiträge | 18,88 US-Dollar | 16,66 US-Dollar |
Alle Zahlen dieser Tabelle stehen in den drei Jahresberichten von MZLA687172.
Die Verteilungen sind der nützliche Teil, weil sie sagen, wie die Spendenbasis einer Software tatsächlich aussieht.
Für 2023: 61 % der Gaben lagen bei 20 US-Dollar oder darunter, 95 % der Transaktionen bei 35 US-Dollar oder darunter, und 56 Transaktionen lagen bei 1.000 US-Dollar oder darüber.
Für 2024: 53 % der Spenden lagen bei 20 US-Dollar oder darunter, 94 % bei 35 US-Dollar oder darunter, und nur 17 Beiträge überstiegen 1.000 US-Dollar. Dauerspendende gaben im Schnitt 6,25 US-Dollar im Monat. Der Bericht 2024/25 zieht den Schluss selbst, nämlich dass Thunderbird nicht von einer Handvoll wohlhabender Gönner oder von Unternehmenssponsoren getragen wird.
Zwei weitere veröffentlichte Tatsachen betreffen ein deutschsprachiges Projekt unmittelbar.
Deutschland ist Thunderbirds grösstes Spendenland. 2023 waren die fünf grössten Länder Deutschland, die Vereinigten Staaten, Frankreich, das Vereinigte Königreich und Japan, zusammen 63 % des Beitragsertrags und 50 % der Transaktionen (State of the Bird 2023-2024). 2024 waren die zehn grössten Deutschland, die Vereinigten Staaten, Frankreich, das Vereinigte Königreich, die Schweiz, die Niederlande, Japan, Italien, Österreich und Kanada, zusammen 83 % des Ertrags (State of the Bird 2024/25). Deutschland führt beide Listen an.
Die Zahlungsabwicklung kostet rund 10 % der Spenden, so der Bericht 2024/25. Das ist viel für eine Spendenbasis, deren mittlere Gabe unter 20 US-Dollar liegt, und es ist das stärkste veröffentlichte Argument dafür, einen gebührenfreien Weg wie die Überweisung offenzuhalten.
3.3 Die Mechanik der Spendenseite
Thunderbirds eigene Spendenseite sagt, dass sich „securely by credit card or PayPal, Google Pay, Apple Pay, and by bank transfers through SEPA, iDEAL and ACH“ geben lässt, bietet über hundert Währungen in einer Auswahlliste neben dem Betrag an und bietet ein freiwilliges Kästchen, um „cover the payment processing transaction costs“, gelesen am 21. August 202673. Das Formular selbst ist das Widget von Fundraise Up, die Vorgabeleiter und die vorbelegte Häufigkeit bleiben deshalb ungeprüft.
4. Plattformen: was das Produkt tatsächlich kann
4.1 GitHub Sponsors
Zur Mechanik, aus GitHubs eigener Dokumentation74: wer betreut, kann „publish up to 10 one-time sponsorship tiers and 10 monthly tiers for sponsors to choose from“, jede Stufe „has its own one-time or monthly payment amount in US dollars“ mit frei gestaltbaren Gegenleistungen, und „You can set a goal for your sponsorships.“ Beide Modelle sind gleichrangig, und die Einheit des Angebots ist die Stufe und nicht der Betrag.
Zu den Gebühren, von derselben Seite: für persönliche Konten fällt keine Gebühr an, und „100% of these sponsorships go to the sponsored developer or organization“. Für Organisationskonten „GitHub Sponsors charges a fee of up to 6%“, zusammengesetzt aus einer „3% credit card processing fee“ und einer „3% GitHub service processing fee“, wobei der Kartenanteil bei Abrechnung per Rechnung entfällt.
Die Sponsorenschaltfläche eines Repositorys wird über .github/FUNDING.yml im Standardzweig eingerichtet. Dokumentiert sind als Grenzen ein Benutzername je externer Plattform, bis zu vier eigene URLs, eine Organisation und bis zu vier über GitHub Sponsors geförderte Entwicklerinnen und Entwickler75. Das dokumentierte Beispiel lautet:
Die unterstützten Plattformschlüssel sind community_bridge, github, issuehunt, ko_fi, liberapay, open_collective, patreon, tidelift, polar, buy_me_a_coffee, thanks_dev und custom. Ein Projekt, das aus einem Repository heraus finanziert werden will, hat also ein festes Vokabular, und eine selbst betriebene Spendenseite ist nur über custom erreichbar.
GitHub hat sein Volumen einmal gesamthaft veröffentlicht. Zum 20. Juli 2026 meldete es mehr als 100 Millionen US-Dollar, die über GitHub Sponsors geflossen sind, zur Unterstützung von mehr als 70.000 Betreuenden und Organisationen, von mehr als 280.000 Sponsoren aus 103 Regionen, mit dem Hinweis, dass die ersten 10 Millionen US-Dollar fast zwei Jahre brauchten, während die jüngsten 10 Millionen US-Dollar fünf Monate brauchten76. Ausserdem heisst es dort, dass eine Unternehmensförderung im Schnitt das Fünfzehnfache einer Einzelförderung beträgt. Der Beitrag schlüsselt die Summe nicht nach einmalig und wiederkehrend auf, diese Aufteilung bleibt also ungeprüft.
4.2 Open Collective
Open Collectives eigene Dokumentation beschreibt die Stufe als einstellbares Angebot und nicht als festen Betrag. Das Intervall „can be a one time contribution, a monthly one, yearly or flexible“, Beträge können fest oder frei sein, und ein Collective kann „Suggested amounts“, einen „Default amount“ und einen „Minimum amount“ festlegen77. Ziele existieren, „to share an overview of your financial plan with your community and to track your progress“, lassen sich einzelnen Stufen zuordnen und stehen in den E-Mails an Beitragende. Sogar der Handlungsaufruf ist einstellbar, denn der „Button text“ wird beschrieben als „The action word on the Tier card users click (such as donate, join, contribute)“.
Die prägende Eigenschaft der Plattform ist das öffentliche Buch, sodass Beitragende, Stufen und Ausgaben für alle sichtbar sind. Die genaue Beobachtung einzelner Collectives steht in Abschnitt 2.
4.3 Liberapay
Liberapay ist von Grund auf auf Dauerspenden gebaut und sagt das auch. Die FAQ hält fest, dass „One-time donations aren't properly supported yet, but you can discontin[ue] your donation immediately after initiating the first payment“78. Die Einheit ist ein Wochenbetrag: „The minimum you can give any user is € 0,01 per week“ und „The maximum you can give any one user is € 100,00 per week“.
Die Zahlungswege hängen vom Dienstleister der empfangenden Seite ab. Über Stripe werden die meisten Kredit- und Debitkarten angenommen, „as well as SEPA Direct Debits“, über PayPal braucht die spendende Seite ein PayPal-Konto. Zu den Gebühren: „Liberapay does not take a cut of payments“, und „The average fee percentages have been 3 % for the payments processed by Stripe and 5 % for the payments processed by PayPal.“ Das Geld „immediately goes to your Stripe or PayPal account“, Liberapay hält es also nie.
Liberapay ist die einzige verbreitete Plattform, deren Vorgabe wiederkehrend statt einmalig ist, und sie unterstützt das SEPA-Lastschriftverfahren für europäische Spendende, also genau das Instrument, auf das dieses Projekt seine eigene Spendenseite stützt.
4.4 Ko-fi
Ko-fis Gebührenmodell, wie auf den eigenen Hilfe- und Preisseiten veröffentlicht: Trinkgelder tragen 0 % Servicegebühr, während Mitgliedschaften, Shop-Verkäufe und Auftragsarbeiten 5 % tragen, und Ko-fi Gold für 12 US-Dollar im Monat entfernt die Servicegebühr auf allen Zahlungswegen. Das Geld geht direkt auf das eigene PayPal- oder Stripe-Konto der kreativen Person, mit den üblichen Gebühren des Dienstleisters obendrauf, und Ko-fi hält das Geld nie. Das Produkt trennt einmalige Trinkgelder von monatlichen Mitgliedschaften, und das Trinkgeld wird in Einheiten „eines Kaffees“ statt in Währung gerahmt.
Ein Vorbehalt zu dieser Quelle. Jede versuchte Ko-fi-Adresse antwortete auf einen direkten Abruf mit HTTP 403, darunter die Seite zu Ko-fi Gold79, die Übersicht der Funktionen80 und der Hilfeartikel zur Gebühr81. Die Aussagen oben stammen aus dem Suchindex über Ko-fis eigene Seiten und nicht aus selbst gelesenen Seiten, sie sind damit schwächer belegt als alles andere in dieser Datei und sollten vor einer Nutzung im Browser nachgeprüft werden.
5. Zahlung und Kasse für deutsche Spendende
5.1 Was deutsche Spendende tatsächlich nutzen, laut Zentralbank
Die Deutsche Bundesbank führt alle zwei Jahre eine Studie zum Zahlungsverhalten durch, die Befragungen mit einem dreitägigen Zahlungstagebuch verbindet. Die Ausgabe 2025 beruht auf 6.070 abgeschlossenen Befragungen zwischen dem 8. September und dem 2. Dezember 2025, zur Hälfte telefonisch und zur Hälfte online, dazu 18.497 Tagebuchtransaktionen im Wert von 822.538 Euro von 5.302 Tagebuchführenden, und sie erschien im Juli 202682. Das ist eine Haushaltsbefragung und keine Transaktionsstatistik aus dem Bankensystem, sie trägt also die üblichen Vorbehalte einer Befragung, aber sie ist die einzige öffentliche Quelle ihrer Art, und die Bundesbank hat kein Produkt zu verkaufen.
Zahlungsinstrumente bei Käufen im Internet, Abbildung 4.5.1, alle aus dem Tagebuch:
| Instrument | Anteil an Transaktionen | Anteil am Wert |
|---|---|---|
| Internetbezahlverfahren, also PayPal, Klarna, Wallets | 50 % | 32 % |
| Lastschrift und Überweisung zusammen | 30 % | 45 % |
| Kreditkarte | 15 % | 19 % |
| Debitkarte | 4 % | 2 % |
Innerhalb der Kategorie Internetbezahlverfahren hält der Bericht fest, dass PayPal mit einem Anteil von rund 86 % Marktführer ist, dass Apple Pay auf Transaktionsbasis mit 7 % folgt, und dass Klarna dem Wert nach mehr zählt als der Zahl nach, Abbildung 4.5.2. Innerhalb der klassischen Instrumente im Internet wird die Lastschrift der Zahl nach deutlich häufiger genutzt als die Überweisung, mit 62 % gegen 30 % für eine gewöhnliche Überweisung und 8 % für eine Echtzeitüberweisung, während die gewöhnliche Überweisung den grösseren Wertanteil trägt.
Kontobesitz, aus dem Befragungsteil, unter Befragten, die das Internet nutzen und ein Girokonto haben, n = 1.906: PayPal 77 %, Klarna 48 %, Apple Pay 18 %, Google Pay 16 %, Abbildung 2.4.1. Wero, die seit Ende 2024 in Deutschland verfügbare europäische Wallet, ist für nur 1 % der Befragten das bevorzugte Mittel für Zahlungen von Person zu Person.
Die Studie hebt Spenden als eigenen Zahlungsanlass heraus, was hier unmittelbar zählt. Spenden an gemeinnützige Organisationen machten 1 % der Tagebuchtransaktionen und 1 % des Tagebuchwerts aus, aus 177 erfassten Spenden im Gesamtwert von 4.617 Euro. Ihre Verteilung auf die Instrumente, Abbildung 4.6.1:
| Instrument | Anteil an Spendentransaktionen | Anteil am Spendenwert |
|---|---|---|
| Bargeld | 63 % | 21 % |
| Lastschrift und Überweisung | 22 % | 62 % |
| Internet- und Mobilbezahlverfahren, überwiegend PayPal | 11 % | 8 % |
| Kreditkarte | 11 % | 8 % |
Der Bericht erklärt die Aufteilung aus der Situation heraus. 65 % der Spendentransaktionen geschehen in Anwesenheit, an einem Stand, an einer Sammelbüchse oder an der Tür, und sind fast immer bar, während mehr als zwei Drittel des gespendeten Werts aus der Ferne gegeben werden, und in dieser Lage „sind Lastschriften bzw. Überweisungen das Mittel der Wahl“, Abschnitt 4.1 und Abschnitt 4.6.
Die praktische Lesart für ein reines Webprojekt: Bargeld ist bedeutungslos, es gilt also die Mischung für die Ferne, in der Überweisung und Lastschrift dem Wert nach dominieren und PayPal der Zahl nach. PayPal neben einem Bankweg anzubieten ist keine Doppelung, denn die beiden bedienen verschiedene Hälften derselben Zielgruppe.
Schliesslich kaufen 72 % der Befragten mindestens einmal im Monat online, sieben Punkte mehr als 2023, während nur 9 % nie online kaufen, Abbildung 4.1.2.
5.2 Der deutsche Spendenmarkt als Ganzes
Der Deutsche Spendenrat, ein Zusammenschluss spendensammelnder Organisationen, veröffentlicht jährlich eine Marktstudie mit YouGov. Für 2025 berichtet er ein privates Spendenaufkommen von 4,649 Milliarden Euro, ein Rückgang um 9 % oder 463 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr, 15,826 Millionen Spendende und damit rund 848.000 weniger, eine Spenderreichweite von 24,1 % der Bevölkerung nach 25,4 %, sowie einen Durchschnitt von rund 46 Euro je einzelnem Spendenakt, rund 3 Euro mehr, bei knapp sechs Spendenakten im Jahr je spendender Person. Allein der Dezember brachte 1,124 Milliarden Euro, 15 % mehr als im Vorjahr, und machte 24 % der Jahressumme aus 83.
Zwei methodische Grenzen zählen. Die Studie ist eine Panelbefragung und keine Vollerhebung, und sie lässt Erbschaften, Unternehmensspenden, Parteispenden, Bussgelder, neue Stiftungen und einzelne Gaben oberhalb einer Kappungsgrenze aus, die derzeit bei 3.446,06 Euro liegt. Die 46 Euro sind damit ein Durchschnitt gewöhnlicher Gaben, und genau in dieser Grössenordnung lebt eine Bitte auf einer Website.
Der Kontrast zu den Softwareprojekten ist deutlich und gehört ausgesprochen. Der deutsche Marktdurchschnitt für einen einzelnen Spendenakt liegt bei 46 Euro, während Thunderbirds mittlere Gabe 16,66 US-Dollar beträgt und Wikimedias Durchschnitt 10,15 US-Dollar. Die Spendenbasis eines Softwareprojekts ist nicht die deutsche Spendenbasis, und die Betragsleiter der einen auf die andere zu übertragen wäre in beide Richtungen ein Fehler.
5.3 Mollie: was die vorhandene Vertiefung nicht abdeckt
Das Repository enthält bereits docs/reference/mollie-api-deep-dive.html vom 21. Mai 2026, das die Payments API, Webhooks, Zahlungslinks, den Vergleich zwischen SEPA-Überweisung und Lastschrift samt der Rückgabefristen von acht Wochen und dreizehn Monaten, das Dreieck aus Customer, Mandate und Subscription, Idempotenz und das Testen behandelt. Was folgt, ist das, was jenes Dokument nicht abdeckt und was für eine Dauerspende zählt.
Eine deutsche spendende Person kann über Mollies gehostete Erstzahlung kein SEPA-Lastschriftmandat erteilen. Die Zahlungswege, deren Erstzahlung ein directdebit-Mandat erzeugt, sind Bancontact, Belfius, EPS, iDEAL, KBC Payment Button, MyBank und Pay by Bank84. Keiner davon ist ein deutscher Zahlungsweg. Die Mandatstabelle im Leitfaden zu wiederkehrenden Zahlungen sagt dasselbe von der anderen Seite: creditcard einschliesslich Apple Pay und Google Pay erzeugt ein creditcard-Mandat, paypal erzeugt ein paypal-Mandat, und die Lastschriftmandate kommen nur aus den Benelux- und österreichischen Zahlungswegen85. Für eine deutsche spendende Person sind die praktischen Wege zu einem wiederkehrenden Mandat über die gehostete Kasse also Karte und PayPal.
SEPA-Lastschriftmandate lassen sich direkt über die API anlegen, ohne Erstzahlung. Der Endpunkt zum Anlegen eines Mandats hält fest, dass „It is only possible to create mandates for IBANs and PayPal billing agreements with this endpoint. To create mandates for cards, your customers need to perform a 'first payment' with their card“86. Die Felder sind consumerName, consumerAccount, beschrieben als „The customer's IBAN. Required for SEPA Direct Debit mandates“, das freiwillige consumerBic, signatureDate im Format YYYY-MM-DD und mandateReference, wozu die Dokumentation sagt: „For SEPA Direct Debit, it is vital to provide a unique reference. Some banks will decline Direct Debit payments if the mandate reference is not unique.“ Das heisst, ein deutsches Spendenformular kann die IBAN selbst erheben und das Mandat anlegen, und genau das tut das Formular von Wikimedia Deutschland. Es heisst zugleich, dass das Projekt die Pflicht übernimmt, ein rechtlich tragfähiges Mandat einzuholen, die andernfalls die gehostete Kasse trüge.
Mandatsstatus sind valid, pending und invalid, und ein Mandat ist pending, „when the first payment is not yet finalized, or when we did not received the IBAN yet from the first payment“86. Eine wiederkehrende Belastung braucht mindestens ein Mandat im Status valid.
Der Betrag der Erstzahlung. Eine Erstzahlung ist üblicherweise ein kleiner echter Betrag wie 0,01 Euro, und nur Kreditkarte und PayPal unterstützen eine Prüfzahlung über 0,00 Euro. Die Dokumentation schlägt vor, die Erstzahlung als erste Rate zu nutzen, indem der wiederkehrende Betrag belastet und das Abonnement danach mit startDate nach der ersten Periode gestartet wird85.
Wiederkehrend geht nur über die API. „Please note that you can not use recurring payments in our Web app. It's only possible to use our API (direct or indirect, e.g. with a partner) for this.“ Und weiter: „In order to do recurring payments, SEPA Direct Debit or credit card has to be activated on your profile.“
Mollies eigener Rat zu Rückgaben ist eine Anweisung an die Oberfläche. „To reduce the risk of chargebacks, it's recommended to communicate how often and how much the customer will be charged as clearly as possible. We suggest notifying the customer a couple of days in advance of the next payment, for example by sending them an email.“ Angesichts der achtwöchigen Frist, in der eine SEPA-Lastschrift ohne Begründung zurückgegeben werden kann, ist das die günstigste verfügbare Absicherung.
Mechanik des Abonnements. Aus der Referenz zum Anlegen eines Abonnements87: interval folgt dem Muster ^\d+ (days?|weeks?|months?)$ mit einem Höchstwert von einem Jahr, sodass „1 month“ und „12 months“ beide gültig sind. description „will be used as the description of the resulting individual payments and so showing up on the bank statement“ und „needs to be unique for the Customer in case it has multiple active subscriptions“. times begrenzt die Zahl der Zahlungen, und Abonnements im Testmodus enden nach zehn Zahlungen von selbst. method ist für ein Abonnement auf creditcard, directdebit oder paypal beschränkt, und ohne Angabe „any of the customer's valid mandates may be used“. Die Statuswerte eines Abonnements sind pending, active, canceled, suspended und completed.
Webhook-Verhalten bei Abonnements. Mollie ruft den Webhook für jede erzeugte Zahlung mit einer Zahlungs-ID auf, die das System noch nie gesehen hat, und das Zahlungsobjekt trägt eine subscriptionId zur Zuordnung. Entscheidend ist: „We do not provide webhooks specifically for status changes of a Subscription itself“85. Ein gekündigtes Abonnement lässt sich also nur durch Nachfragen oder aus dem Ausbleiben von Zahlungen erkennen.
Das Mahnwesen wird übernommen, und es kann das Mandat entziehen. „Mollie will retry the failed payment up to 5 times“, einmal am Tag, „After all retries have been exhausted, the subscription will be cancelled.“ Manche Rückgabegründe beenden es sofort statt nach den Wiederholungen:
| Grund | Code | Beendet das Abonnement |
|---|---|---|
| Kontokennung falsch, also eine ungültige IBAN | AC01 | sofort |
| Konto geschlossen | AC04 | sofort |
| Konto für Lastschrift gesperrt | AC06 | sofort |
| Kein Mandat | MD01 | nach dreimal |
| Rückgabe von der zahlenden Person verlangt | MD06 | nach dreimal |
| Zahlungspflichtige Person verstorben | MD07 | sofort |
| Widerspruch der zahlungspflichtigen Person | MS02 | nach dreimal |
| Grund nicht angegeben | MS03 | nach dreimal |
| Besonderer Dienst der Bank der zahlenden Person | SL01 | nach dreimal |
| Konto der zahlenden Person gesperrt, nur PayPal | keiner | sofort |
| Zahlungsweg für die zahlende Person inaktiv | keiner | sofort |
Dazu eine Warnung, die leicht zu übersehen ist: „If your subscription has a fixed mandate set (mandateId field), cancelling the subscription based on the reasons above will also revoke the mandate itself.“
5.4 Mollies Gebühren im deutschen Markt
Die Preisseite für Deutschland wurde am 21. August 2026 gelesen88. Ob Mollie für Österreich dieselben Sätze nimmt, ist hier nicht geprüft und wäre vor einer Entscheidung nachzusehen. Das sind von Mollie veröffentlichte Listenpreise und damit Eigenangaben.
| Zahlungsweg | Gebühr |
|---|---|
| SEPA-Überweisung | 0,25 Euro |
| SEPA-Lastschrift | 0,35 Euro |
| Kreditkarte, EU-Verbraucherkarten | 1,80 % plus 0,25 Euro |
| PayPal | PayPals eigene Gebühren plus 0,10 Euro |
| Apple Pay | Satz folgt der zugrunde liegenden Karte |
| Klarna | 2,99 % plus 0,35 Euro |
Die Seite sagt „Keine monatlichen Gebühren, keine Verpflichtungen, keine versteckten Kosten“. Gebühren für Rückerstattungen und Rückgaben stehen dort nicht, sie sind also ungeprüft.
Gegen eine Spende von 10 Euro gerechnet kosten die Zahlungswege mit fester Gebühr 2,5 bis 3,5 %, während eine Karte rund 4,3 % kostet. Gegen eine Spende von 5 Euro gerechnet kosten die festen Wege 5 bis 7 % und eine Karte rund 6,8 %. Das ist die Rechnung hinter dem Mindestbetrag von einem Euro bei Wikimedia Deutschland und hinter Thunderbirds Abwicklungskosten von rund 10 %.
5.5 Der GiroCode, und was er strukturell nicht kann
Der GiroCode ist ein EPC-QR-Code, spezifiziert vom European Payments Council im Dokument EPC069-12. Die aktuelle Fassung ist 3.1, ausgegeben und in Kraft seit dem 19. März 202489.
Die Nutzlast ist eine feste Folge zeilengetrennter Felder mit einer Gesamtgrenze von 331 Byte, QR-Fehlerkorrektur der Stufe M und einer höchsten QR-Version von 13. Das Trennzeichen ist LF oder CRLF, und das letzte gefüllte Element trägt kein Trennzeichen mehr hinter sich. Die Felder, in dieser Reihenfolge:
| Feld | Pflicht | Länge | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Service Tag | ja | 3 | immer BCD |
| Version | ja | 3 | 001 oder 002 |
| Zeichensatz | ja | 1 | 1 ist UTF-8, 2 ist ISO 8859-1, dazu sechs weitere |
| Identifikation | ja | 3 | immer SCT |
| BIC des Zahlungsdienstleisters der empfangenden Seite | Pflicht in V1, bedingt in V2 | 11 | weiterhin Pflicht für SCT-Teilnehmer ausserhalb des EWR |
| Name der empfangenden Seite | ja | 70 | fest, die zahlende Person darf ihn nicht ändern |
| IBAN der empfangenden Seite | ja | 34 | nur IBAN |
| Betrag in Euro | nein | 12 | mindestens 0,01 und höchstens 999999999,99 |
| Zweck | nein | 4 | |
| Verwendungszweck, strukturiert | nein | 35 | ISO-11649-RF-Referenz, oder |
| Verwendungszweck, unstrukturiert | nein | 140 | nur eines von beiden darf gefüllt sein |
| Information der empfangenden an die zahlende Seite | nein | 70 |
Aus der Spezifikation folgen drei Dinge unmittelbar.
Das Betragsfeld ist freiwillig, ein einzelner GiroCode kann also entweder einen festen Vorschlagsbetrag tragen oder einen freien Betrag, den die spendende Person in der Bank-App selbst eintippt.
Der Code stösst genau eine SEPA-Überweisung an. Es gibt kein Feld für ein Intervall, für ein Mandat oder für einen Dauerauftrag. Der GiroCode kann eine Dauerspende überhaupt nicht ausdrücken, und daran ändert Fassung 3.1 nichts.
Das Dokument ist über seinen gedachten Einsatz eindeutig. Diese Leitlinien passen auf Situationen, in denen die Daten im Code „also shown at the same time in plain text to the Originator (e.g., on an invoice)“ stehen, sodass die zahlende Person den Code gegen den lesbaren Text prüfen kann. Für eine empfangende Seite, die an einem Berührungspunkt nur einen QR-Code zeigt, einschliesslich „the shopping cart purchase webpage of an online merchant“, verweist der EPC stattdessen auf EPC024-22. Ein GiroCode auf einer Spendenseite sollte deshalb IBAN, Namen der empfangenden Seite und Betrag als Text daneben zeigen, was die Spezifikation als Teil des Entwurfs behandelt und nicht als nette Zugabe.
Schliesslich ist das Dokument „of an informative nature only“, und die Umsetzung ist für Zahlungsdienstleister freiwillig, keine Bank ist also verpflichtet, es zu lesen. In der Praxis tun deutsche Bank-Apps es, garantiert ist es in der Spezifikation aber nicht.
5.6 Wiederkehrende Zahlungen bei PayPal
PayPals eigene Entwicklerdokumentation beschreibt Subscriptions als etwas, das aus einem Produkt und einem Plan gebaut wird, wobei der Plan die Zahlungszyklen abbildet, feste oder mengenabhängige Preise trägt, kostenlose oder vergünstigte Probezeiten erlaubt, Auf- und Abstufungen erlaubt und „automate payment recovery for failed payments“ kann90. Die Zustimmung geschieht über die vom JavaScript-SDK gerenderte PayPal-Schaltfläche, die abonnierende Person stimmt also innerhalb von PayPals eigenem Ablauf zu und nicht im Formular des Händlers. Zu beachten ist, dass Mollie PayPal als einen der drei Wege behandelt, die ein Mollie-Abonnement tragen können, ein Projekt mit Mollie braucht PayPals eigenes Abonnementprodukt also nicht.
6. Conversion-Benchmarks, und wie weit sie tragen
Die ehrliche Zusammenfassung lautet, dass fast niemand eine Konversionsrate einer Spendenseite aus eigenen Daten veröffentlicht. Die Organisationen, die ausführliche Benchmark-Berichte herausgeben, sind ganz überwiegend Anbieter und Agenturen, deren Geschäft der Verkauf von Fundraising-Software oder Fundraising-Dienstleistungen ist, und ein Benchmark, den eine Partei veröffentlicht, die davon profitiert, dass die Zahl interessant aussieht, ist ein schwacher Beleg. Unter den bekannten Benchmark-Berichten fand sich dazu keine Ausnahme.
Was als echte Erstquelle existiert, ist schmaler, aber deutlich besser fundiert.
Bannerkonversion. Rund 0,05 % der Bannereinblendungen führten in der in Abschnitt 1.5 gerechneten Wikimedia-Fallstudie zu einer Spende, auf rund 180 Millionen Einblendungen über beide Arme. Das ist die einzige Zahl dieser Datei, die mit Einblendungen und Konversionen in einer öffentlichen Datei kommt.
Die Form der Häufigkeitskurve. Mehr als 75 % der Spendenden geben bei der ersten oder zweiten Bannereinblendung, und nur 3 bis 5 % geben nach der zehnten, siehe Abschnitt 1.3.
Anteil wiederkehrender Einnahmen. Das ist die eine Zahl, die genug Organisationen veröffentlichen, um sie zu vergleichen.
| Organisation | Wiederkehrender Anteil | Grundlage |
|---|---|---|
| Wikimedia Foundation, FY2024-25 | 23 % des Ertrags | eigener Jahresbericht |
| Thunderbird, 2024 | 25 % der Beiträge | eigener Jahresbericht |
| Thunderbird, 2023 | 26 % der Transaktionen | eigener Jahresbericht |
| Wikimedia Deutschland, 2025 | rund 36 % | Mitgliedsbeiträge gegen die Summe aus Spenden und Beiträgen, aus der geprüften Rechnung gerechnet |
| Open Source Collective, 2025 | rund 44 % | Vorausschätzung, kein Ist-Wert, in der Mitte der selbst genannten Spanne |
| Babel, laufendes Buch | 62 % nach Wert, 53 % nach Zahl | öffentliches Buch bei Open Collective |
| Blender, Jubiläumskampagne Dez. 2023 | rund 50 % der Gaben wurden Mitgliedschaften | eigener Jahresbericht, nur eine Kampagne |
Die Häufung liegt zwischen einem Viertel und einem Drittel für Organisationen, die ein ganzes Jahr über ein allgemeines Publikum berichten, und sie steigt deutlich darüber für ein Projekt, dessen Spendende fast durchweg Entwicklerinnen und Entwickler sind, die es täglich benutzen.
Höhe der wiederkehrenden Gabe. Thunderbirds Dauerspendende gaben 2024 im Schnitt 6,25 US-Dollar im Monat. Zigs Vorschlagsbetrag liegt bei 10 US-Dollar im Monat. Blender, Godot und Krita nutzen alle dieselbe Monatsleiter von 5, 10, 25, 50, 100 und 250 Euro, mit der Nennung ab 25 Euro.
Übliche Höhe einer Gabe. Thunderbirds Median für 2024 lag bei 16,66 US-Dollar, mit 94 % der Gaben bei 35 US-Dollar oder darunter. Wikimedias Durchschnitt in FY2024-25 lag bei 10,15 US-Dollar. Der deutsche Marktdurchschnitt je Spendenakt lag 2025 bei 46 Euro, und das ist eine ganz andere Grundgesamtheit.
Effektstärke einer Textänderung. Der eine veröffentlichte Bannertest aus Abschnitt 1.5 bewegte die Konversion relativ um rund 10 %, von 0,0509 % auf 0,0558 %, bei einer rein typografischen Änderung. Das eine veröffentlichte Textversagen auf Kampagnenebene kostete 10 Millionen US-Dollar auf einer Basis von rund 170 Millionen US-Dollar, also etwa 6 % des Jahresertrags.
Was sich in keiner Erstquelle finden liess: eine veröffentlichte Konversionsrate für eine Spendenseite im Unterschied zu einem Banner, eine veröffentlichte Annahmequote für eine Zwischenseite zur monatlichen Spende, und eine veröffentlichte Haltekurve für Dauerspendende. Alle drei sind ungeprüft.
7. Deutsche Rechts- und Vertrauensfragen an den Spendentext
Falscher Rechtsraum für dieses Projekt. Nicht danach handeln.
lmaa.space wird aus Österreich betrieben. Alles in diesem Abschnitt ist deutsches Recht und wurde auf einer falschen Annahme recherchiert. Die österreichischen Entsprechungen weichen genau an den Stellen ab, die die hier gestellten Fragen entscheiden, nämlich bei der Kleinunternehmergrenze, bei den Voraussetzungen der Spendenabsetzbarkeit und bei der Impressumspflicht.
Der Abschnitt bleibt stehen, weil er über Deutschland zutrifft, aber jede Folgerung darüber, was dieses Projekt behaupten, schulden oder unterschreiben darf, muss vor einer Verwendung gegen UStG 1994, EStG (AT), BAO und ECG neu hergeleitet werden.
Auch der Satz, das deutsche Spendenverhalten sei der einschlägige Markt, stand hier und ist gestrichen. Er war dieselbe Annahme noch einmal. Welcher Markt einschlägig ist, sagen die Zugriffszahlen dieser Seite und nicht der Wohnort der untersuchten Stichproben.
Dieser Abschnitt fasst Primärquellen zusammen. Er ist keine Rechtsberatung. Alle Gesetzestexte wurden am 21. August 2026 von gesetze-im-internet.de geholt. Diese Seiten tragen ihr Änderungsdatum auf der Gesetzesebene und nicht am einzelnen Paragrafen, die hier genannten Daten sind deshalb Abrufdaten.
7.1 Darf ein nicht gemeinnütziges privates Projekt eine Zahlung „Spende“ nennen?
Nichts in den gelesenen Vorschriften schützt oder reserviert das Wort. Was das deutsche Recht regelt, ist der Abzug und die Bestätigung, nicht das Vokabular.
§ 10b Abs. 1 EStG verwendet „Spende“ nur als eingeklammerte Erläuterung zum Begriff „Zuwendung“, und jede Bedingung, die dort hängt, betrifft den Abzug bei der spendenden Person und nicht die Bezeichnung durch die empfangende Seite. Die Bedingungen an die empfangende Seite stehen in Satz 2. Die Zahlung muss an eine juristische Person des öffentlichen Rechts oder eine öffentliche Dienststelle in der EU oder im EWR gehen, an eine nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG befreite Körperschaft oder an eine vergleichbare Körperschaft in der EU oder im EWR91. § 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG spiegelt das für die Körperschaftsteuer92.
Eine Privatperson kann diesen Status überhaupt nicht erreichen. § 51 Abs. 1 AO richtet die Regeln zur Gemeinnützigkeit an „Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen im Sinne des Körperschaftsteuergesetzes“93, und § 52 Abs. 1 AO beginnt mit „Eine Körperschaft verfolgt gemeinnützige Zwecke, wenn…“94. Beide sprechen von einer Körperschaft, und keine erfasst eine natürliche Person.
Die Folge für die Oberfläche ist, dass das Risiko im Versprechen sitzt und nicht im Substantiv. Jeder Satz, der steuerliche Abzugsfähigkeit behauptet, eine Bestätigung anbietet oder Gemeinnützigkeit nahelegt, ist das, woran eine rechtliche Prüfung hängt.
Die nächstliegende geholte Quelle zu irreführenden Angaben ist § 5 UWG, dessen Absatz 2 Nr. 3 irreführende Angaben über „die Person, Eigenschaften oder Rechte des Unternehmers wie Identität, … Status, Zulassung, Mitgliedschaften oder Beziehungen“ erfasst95. Ob eine nicht gewerbliche private Website überhaupt eine „geschäftliche Handlung“ vornimmt, beantwortet diese Vorschrift nicht, und die Frage bleibt ungeprüft.
7.2 Zuwendungsbestätigung, die Haftung und das neue öffentliche Register
Wer eine ausstellen darf. § 50 Abs. 1 EStDV macht den Abzug von einer Zuwendungsbestätigung „nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck“ abhängig und lässt einen vereinfachten Nachweis, also einen Buchungsbeleg der Bank, für Zahlungen bis 300 Euro und in Katastrophenfällen zu96. § 63 Abs. 5 AO beschränkt die Berechtigung auf Körperschaften, deren Freistellungsbescheid nicht älter als fünf Jahre ist oder deren Feststellung nach § 60a nicht älter als drei Kalenderjahre ist97. Jedes dieser Dokumente setzt eine vom Finanzamt veranlagte Körperschaft voraus, eine Privatperson kann die Voraussetzung also nicht erfüllen.
Die amtlichen Muster stammen aus dem BMF-Schreiben vom 7. November 2013 (BStBl I S. 1333), ergänzt am 26. März 2014 (BStBl I S. 791). Sie werden als „verbindliche Muster (vgl. § 50 Absatz 1 EStDV)“ bezeichnet, und jede daraus erstellte Bestätigung muss die „Hinweise zu den haftungsrechtlichen Folgen der Ausstellung einer unrichtigen Zuwendungsbestätigung“ tragen98.
Die Haftung ist beziffert. § 10b Abs. 4 EStG Satz 2 und 3: „Wer vorsätzlich oder grob fahrlässig eine unrichtige Bestätigung ausstellt oder veranlasst, dass Zuwendungen nicht zu den in der Bestätigung angegebenen steuerbegünstigten Zwecken verwendet werden, haftet für die entgangene Steuer. Diese ist mit 30 Prozent des zugewendeten Betrags anzusetzen.“ § 9 Abs. 3 KStG wiederholt das und nennt es Veranlasserhaftung. Das Subjekt des Satzes ist „Wer“, dem Wortlaut nach also jede Person und nicht nur eine, die sonst berechtigt gewesen wäre.
Das Zuwendungsempfängerregister ist in § 60b Abs. 1 AO geregelt. Das Bundeszentralamt für Steuern führt ein Register der „Körperschaften und juristische Personen des öffentlichen Rechts …, an die steuerbegünstigt Zuwendungen nach den §§ 10b, 34g des Einkommensteuergesetzes geleistet werden können“99. Das BZSt beschreibt es als bundesweites zentrales Register „alle[r] Organisationen, die berechtigt sind, Zuwendungsbestätigungen (Spendenquittungen) auszustellen“, und veröffentlicht Name, Anschrift, steuerbegünstigte Zwecke und das Datum des letzten Freistellungs- oder Feststellungsbescheids. Inländische Körperschaften stellen keinen Antrag, ihre Daten kommen automatisch von den Landesfinanzbehörden. Das öffentliche Register ist frei zugänglich100, und das BZSt erklärt es auf einer eigenen Seite101.
Was dieses Register für ein Projekt ausserhalb davon bedeutet, gehört genau formuliert. Die blosse Abwesenheit beweist nichts, weil das BZSt selbst sagt, die anfänglichen Lücken hätten nichts über den tatsächlichen Status ausgesagt. Aber das Register enthält immer nur Körperschaften und juristische Personen des öffentlichen Rechts, eine Privatperson fehlt darin also nicht bloss, sondern liegt ausserhalb seines Anwendungsbereichs. Für den Text bedeutet das praktisch, dass jede Behauptung von Abzugsfähigkeit sich jetzt von jeder spendenden Person an einer öffentlichen Stelle nachprüfen lässt.
7.3 Was das Geld auf der Empfängerseite ist
Die beiden Regime schliessen einander im Grundsatz aus, und welches gilt, hängt davon ab, ob eine Gegenleistung erbracht wird.
Als Schenkung. § 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG definiert die Schenkung unter Lebenden als „jede freigebige Zuwendung unter Lebenden, soweit der Bedachte durch sie auf Kosten des Zuwendenden bereichert wird“102. Das entscheidende Wort ist „freigebig“, also ohne Gegenleistung gegeben. Eine fremde Person fällt nach § 15 Abs. 1 ErbStG in Steuerklasse III, deren Freibetrag nach § 16 Abs. 1 Nr. 7 ErbStG bei 20.000 Euro liegt103. Dieser Freibetrag gilt je zuwendender Person über zehn Jahre, weil § 14 Abs. 1 ErbStG „Mehrere innerhalb von zehn Jahren von derselben Person anfallende Vermögensvorteile“ zusammenrechnet104. Für ein wiederkehrendes Abonnement ist diese Rechnung beruhigend, denn eine unterstützende Person müsste zehn Jahre lang im Schnitt mehr als rund 166 Euro im Monat geben, um sich dem Freibetrag zu nähern. Eine Anzeigepflicht besteht nach § 30 Abs. 1 ErbStG binnen drei Monaten ab Kenntnis von einem steuerpflichtigen Erwerb105.
Als Einkünfte. Wird eine Gegenleistung erbracht, ist die Zahlung nicht freigebig, und die Prüfung als Schenkung scheitert. Der nächstliegende Auffangtatbestand ist § 22 Nr. 3 EStG, „Einkünfte aus Leistungen“, der unterhalb von 256 Euro im Kalenderjahr nicht steuerpflichtig ist106. Die Vorschrift verlangt eine „Leistung“, ihr eigener Wortlaut setzt also voraus, dass die empfangende Seite etwas für das Geld tut.
Welches Regime gilt, hängt davon ab, was die Oberfläche verspricht und was eine vernünftige besuchende Person zu bekommen glaubt. Das ist eine Tatsache über den Text und nicht über das Gesetz, und aus den Quellen ist sie nicht zu beantworten.
7.4 Die Impressumspflicht entsteht nicht dadurch, dass Geld angenommen wird
§ 5 Abs. 1 DDG gilt für „geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene digitale Dienste“107. Das Merkmal beschreibt die Art des Dienstes und nicht die einzelne Transaktion, und eine freiwillige Zahlung, für die nichts angeboten wird, ist kein Entgelt für den Dienst. Die Pflicht entsteht also nicht dadurch, dass Spenden angenommen werden.
Was § 5 Abs. 1 verlangt, umfasst wörtlich „den Namen und die Anschrift, unter der sie niedergelassen sind“ (Nr. 1) und „Angaben, die eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme und eine unmittelbare Kommunikation mit ihnen ermöglichen, einschließlich der Adresse für die elektronische Post“ (Nr. 2). Nr. 6 verlangt eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer nur „in Fällen, in denen sie eine Umsatzsteueridentifikationsnummer … besitzen“, begründet also keine Pflicht, eine zu beantragen. Für eine Privatperson bedeutet Nr. 1 eine echte Postanschrift, weil das Gesetz keine Alternative anbietet. Absatz 2 lässt weitergehende Informationspflichten aus anderen Vorschriften unberührt.
Ob eine bestimmte Website „geschäftsmäßig“ ist, definiert die Vorschrift nicht, und die Frage bleibt ungeprüft.
7.5 Die Umsatzsteuer hängt daran, ob eine Gegenleistung erbracht wird
§ 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG besteuert Leistungen, die „im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens“ erbracht werden108. Drei Elemente müssen zusammentreffen: ein Unternehmer, eine Leistung und ein dafür gezahltes Entgelt. Eine Zahlung, für die nichts geliefert wird, scheitert an den beiden letzten.
Das erste Element ist weiter, als es aussieht. § 2 Abs. 1 UStG definiert eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit als „jede nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen, auch wenn die Absicht, Gewinn zu erzielen, fehlt“109. Nicht gewerblich und nicht gewinnbringend zu sein stellt eine Person nicht ausserhalb dieser Definition, und ein wiederkehrendes Monatsabonnement ist schon der Konstruktion nach nachhaltige Tätigkeit.
Die Verwaltungsanweisung, die die Frage entscheidet, ist Abschnitt 10.2 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses, in der konsolidierten Fassung vom 2. Juni 2026 mit Stand 31. Dezember 2025, auf Seite 428110. Absatz 2 gibt den Test dafür, wann eine Zahlung Entgelt ist: es gibt einen Leistungsaustausch, es besteht „ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der erbrachten Leistung und dem Zuschuss“, die zahlende Person „erhält einen Gegenstand oder einen sonstigen Vorteil …, auf Grund dessen er als Empfänger einer Lieferung oder sonstigen Leistung angesehen werden kann“, und es liegt Verbrauch im umsatzsteuerlichen Sinn vor. Satz 5 ergänzt, dass es auf keiner Seite eines einklagbaren Anspruchs bedarf. Absatz 7 bestimmt das Gegenteil: „Echte Zuschüsse liegen vor, wenn die Zahlungen nicht auf Grund eines Leistungsaustauschverhältnisses erbracht werden“, darunter der Fall, dass die empfangende Seite lediglich „in die Lage …, überhaupt tätig zu werden“ versetzt wird, und der Fall einer Zahlung „als Anerkennung … ohne Bindung an bestimmte Umsätze“.
Auf die üblichen Dankeschön-Ideen angewandt, und das ist der Test und nicht das Ergebnis einer Quelle: eine werbefreie Nutzung ist der klarste Kandidat für einen „sonstigen Vorteil“, weil es ein Vorteil ist, den allein die zahlende Person hat. Ein Abzeichen oder eine Nennung ist der schwierigere Fall, und die Formulierung „als Anerkennung“ in Absatz 7 weist in die andere Richtung. Was jeweils entscheidet, ist, ob der Text die Zahlung an den Vorteil knüpft, denn Absatz 2 fragt danach, ob die empfangende Seite „erkennbar um der Gegenleistung willen“ leistet. Ein Text der Form „Unterstützende bekommen X“ beantwortet das gegen die Website, ein Text, der sagt, dass es keine Gegenleistung gibt, beantwortet es zu ihren Gunsten.
Die Kleinunternehmergrenze in § 19 UStG wurde nicht geprüft, und sie wäre zu klären, bevor daraus eine tatsächliche Steuerpflicht wird. ungeprüft
7.6 Transparenz ist freiwillig, und ihre eigenen Wortregeln sind lehrreich
Nichts in den geholten Quellen legt einer Privatperson, die freiwillige Zahlungen einsammelt, eine Transparenz- oder Offenlegungspflicht auf. Die Initiative Transparente Zivilgesellschaft sagt das in ihrer eigenen Präambel und beschreibt genau diese Lücke als ihren Daseinsgrund. Während Kapitalgesellschaften seit Januar 2007 veröffentlichen müssen, „sind Organisationen der Zivilgesellschaft … nicht verpflichtet, die Öffentlichkeit über die Herkunft und Verwendung ihrer Mittel zu informieren“111.
Die Initiative ist eine kostenfreie, freiwillige Selbstverpflichtung über zehn benannte Punkte, von „Name, Sitz, Anschrift und Gründungsjahr“ über die Mittelherkunft bis zur Mittelverwendung, und sie steht unabhängig vom Steuerstatus offen112. Ihr Leitfaden verlangt allerdings eine gemeinnützige Ausrichtung und bittet neue Organisationen zu warten, bis sie eine anerkannte Rechtsform wie einen e.V. oder eine Stiftung haben, ob sie also eine allein handelnde natürliche Person aufnimmt, bleibt ungeprüft.
Ihre Wortregeln sind unmittelbar als Anleitung für Oberflächentexte brauchbar, weil sie die Grenze zwischen der Beschreibung einer Selbstverpflichtung und dem Anschein einer Prüfung ziehen. Der Leitfaden verbietet die Wörter „Zertifikat“ und „Siegel“ und nennt als verbotene Beispiele „Von der ITZ zertifizierte Spendentransparenz“, „ITZ-geprüfte Mittelverwendung“ und „Wir tragen das Siegel der ITZ für geprüfte Spendentransparenz“. Als erlaubt nennt er „Wir erfüllen die Anforderungen der Initiative Transparente Zivilgesellschaft“, „Unterzeichner der Selbstverpflichtungserklärung der ITZ“ und „Transparenz ist uns wichtig. Deshalb haben wir uns der ITZ angeschlossen.“
7.7 Was sich aus einer Primärquelle nicht bestätigen liess
- Ob irgendeine Vorschrift im deutschen Recht das Wort „Spende“ selbst schützt. In § 10b EStG, § 9 KStG und §§ 51 bis 63 AO findet sich keine, aber das ist eine Abwesenheit über die gelesenen Vorschriften hinweg und kein Beweis.
- Ob § 5 UWG eine nicht gewerbliche private Website erfasst, was von der Definition der „geschäftlichen Handlung“ in § 2 UWG abhängt, der nicht geholt wurde.
- Das genaue Datum, an dem das Zuwendungsempfängerregister in Betrieb ging. Beide BZSt-Mitteilungen, die es zu tragen scheinen, antworteten mit HTTP 404.
- Ob § 10b Abs. 4 Satz 2 EStG auf jemanden angewandt wird, der nie berechtigt war, eine Zuwendungsbestätigung auszustellen. Der Wortlaut ist offen, aber die Rechtsfolge lautet „die entgangene Steuer“, was einen tatsächlich vorgenommenen Abzug voraussetzt.
- Die strafrechtliche Seite einer falschen Zuwendungsbestätigung. § 370 AO und § 267 StGB wurden nicht geholt, es wird deshalb nichts behauptet.
- Ob ein Erwerb unterhalb des Freibetrags nach § 16 ErbStG die Anzeigepflicht nach § 30 Abs. 1 ErbStG dennoch auslöst.
- Ob freiwillige Zahlungen ohne Gegenleistung ausserhalb von § 22 Nr. 3 EStG liegen. Die Vorschrift verlangt „Leistungen“, aber eine Primärquelle mit dieser Schlussfolgerung fand sich nicht.
- Ob ein anhaltender Strom freiwilliger Zahlungen gewerbliche Einkünfte nach § 15 EStG sein könnte, nicht geholt.
- Die aktuelle Kleinunternehmergrenze in § 19 UStG, nicht geholt.
- Ob eine bestimmte Website „geschäftsmäßig“ im Sinne von § 5 Abs. 1 DDG ist.
- Ob die Initiative Transparente Zivilgesellschaft eine Privatperson ohne Rechtsform aufnimmt.
- Ein Widerspruch im eigenen Material der Initiative, wo die Seite „Jetzt mitmachen“ wörtlich sagt, die Teilnahme sei „kostenlos“, während die Verfahrensübersicht auf derselben Seite einen Jahresbeitrag zu erwähnen schien. Oben wiedergegeben ist nur das wörtliche Zitat.
- Ob ein Sammlungsgesetz eines Bundeslandes das öffentliche Einwerben von Geld beschränkt. Der ITZ-Leitfaden verweist auf ein „staatlich verhängtes Sammlungsverbot“, was nahelegt, dass es solche Regelungen irgendwo gibt, aber keine Quelle eines Landesministeriums liess sich bestätigen.
8. Muster für die Oberfläche, die von den Belegen dieser Datei getragen werden
Jedes Muster nennt die Quelle, auf der es ruht. Das sind in den Belegen beobachtete Muster und keine Empfehlungen für ein bestimmtes Projekt.
Begrenzen, wie oft die Bitte gezeigt wird, und die Einblendungen zählen. Wikimedia hat die Konversion jeder aufeinanderfolgenden Einblendung gemessen und fand die Kurve nach den ersten beiden zusammenbrechen, mit 3 bis 5 % der Spendenden nach der zehnten, und reagierte mit einer harten Grenze von zehn Einblendungen je Gerät4.
Verkleinern anbieten und nicht nur wegklicken. Wikimedia hat eine Funktion ausgeliefert, die das Banner an den unteren Bildschirmrand schrumpft statt es zu entfernen, und gesondert eine Schaltfläche „Ich habe bereits gespendet“, die niemanden erneut behelligt, der schon gegeben hat3113.
Die einmalige Häufigkeit vorbelegen und den Fall für die Dauerspende danach machen. Das laufende Formular der Wikimedia Foundation setzt frequency_onetime auf checked und zeigt danach eine gesonderte Zwischenseite zur monatlichen Spende mit einer Überschrift, zwei Zustimmungen und einer ausdrücklichen Ablehnung, gelesen am 21. August 20269.
Der Bitte um eine Dauerspende einen Grund geben statt einer Beschriftung. Die deutsche Zwischenseite der Foundation lautet „Die monatliche Unterstützung ist der beste Weg, um sicherzustellen, dass Wikipedia weiter wächst“, und ihr Bericht FY2024-25 nennt „Support Wikipedia year-round“ als den optimierten Hinweistext93.
Mehr als zwei Intervalle anbieten, wo das Publikum deutschsprachig ist. Wikimedia Deutschland bietet einmalig, monatlich, vierteljährlich, halbjährlich und jährlich, und das Formular der Foundation bietet jährlich neben monatlich, was in FY2024-25 hinzukam, weil Spendende danach gefragt hatten183.
Keinen Betrag vorauswählen, aber das freie Feld ankern. Die deutsche Leiter der Foundation lautet 2,50, 5, 10, 20, 30, 50 und 100 Euro, ohne ein Feld mit checked9. Das freie Betragsfeld von Wikimedia Deutschland trägt den Platzhalter 3018.
Die Leiter zum Publikum wählen und nicht aus einer Vorlage. Die drei Leitern in dieser Datei unterscheiden sich am oberen Ende um eine Grössenordnung. Die Wikimedia Foundation läuft in ihrer deutschen Fassung von 2,50 bis 100 Euro, Wikimedia Deutschland von 5 bis 300 Euro, und der deutsche Marktdurchschnitt je Spendenakt liegt bei 46 Euro83.
Die vollständige Verpflichtung vor der Bestätigung in einem Satz wiederholen. Wikimedia Deutschland zeigt „Sie spenden: {interval} {formattedAmount} per {paymentType}“ als mitlaufende Zusammenfassung, und Mollie empfiehlt, so klar wie möglich zu kommunizieren, wie oft und wie viel belastet wird, und zwar ausdrücklich zur Verringerung von Lastschriftrückgaben1885.
Den Abbuchungsrhythmus im Formular erklären und nicht erst in der Bestätigung. Das Formular der Foundation nennt die Regel für den Abbuchungstag einschliesslich dessen, was am 29. bis 31. eines Monats geschieht, und die Jahrestagsregel für jährliche Gaben, gelesen am 21. August 20269.
Ein Kästchen zur Übernahme der Gebühren anbieten. Sowohl das Formular der Wikimedia Foundation („Ich füge X hinzu, um die Transaktionsgebühren zu decken, damit ihr 100 % meiner Spende behalten könnt“) als auch Thunderbirds Spendenseite bieten es an, und Thunderbirds veröffentlichte Abwicklungskosten von 10 % erklären, warum7372.
Neben den bequemen Wegen einen gebührenfreien Bankweg offenhalten. Mollies deutsche Listenpreise liegen bei 0,25 Euro für eine Überweisung und 0,35 Euro für eine Lastschrift gegen 1,80 % plus 0,25 Euro für eine Karte, und die Bundesbank findet, dass Überweisung und Lastschrift 62 % des aus der Ferne gespendeten Werts in Deutschland tragen, während PayPal die Zahl der Transaktionen dominiert88. Die Zahlen der Bundesbank stehen mit ihrer Quelle in Abschnitt 5.1.
Die Daten des GiroCode als Text neben dem Code zeigen. Die EPC-Spezifikation hält fest, dass diese Leitlinien auf Fälle passen, in denen die Transaktionsdaten im Code gleichzeitig als Klartext gezeigt werden, damit die zahlende Person sie prüfen kann, und verweist auf eine andere Spezifikation, wo nur ein Code gezeigt wird89.
Nicht versuchen, den GiroCode wiederkehrend zu machen. EPC069-12 v3.1 hat kein Feld für ein Intervall, ein Mandat oder einen Dauerauftrag, es kodiert eine einzelne SEPA-Überweisung89.
Einen Mindestbetrag begründen, indem der Grund genannt und ein Weg daran vorbei angeboten wird. Die Fehlermeldung von Wikimedia Deutschland erklärt, dass der Mindestbetrag von einem Euro wegen der Transaktionsgebühren besteht, und verweist auf eine direkte Überweisung, wenn jemand weniger geben möchte18.
Nur dort nach einer Adresse fragen, wo etwas davon abhängt, und sagen, was. Wikimedia Deutschland zeigt drei Optionen für Kontaktdaten, jede beschriftet mit dem, was dadurch gewonnen oder aufgegeben wird, und sagt gesondert, dass die Lastschrift eine Adresse verlangt18.
Die steuerliche Lage klar benennen, auch wenn sie ungünstig ist. Das deutsche Formular der Foundation sagt geradeheraus, dass Spenden ausserhalb der Vereinigten Staaten wahrscheinlich nicht abgesetzt werden können, statt zu schweigen, gelesen am 21. August 20269.
Sagen, was als Nächstes geschieht, wenn die Zahlung asynchron ist. Die Überweisungszusammenfassung von Wikimedia Deutschland sagt, dass Kontodaten und eine individuelle Referenz nach dem Klick folgen, und das ist das richtige Muster für jede geschobene Zahlung, bei der das Geld später eingeht18.
An der Stelle der Wahl sagen, welche Zahlungswege keine Dauerspende tragen können. Wikimedia Deutschland zeigt „Eine regelmäßige Zahlung per Sofortüberweisung ist nicht möglich“, statt es die spendende Person später herausfinden zu lassen, und dieselbe Beschränkung besteht bei Mollie, wo Abonnements auf Karte, Lastschrift und PayPal begrenzt sind1887.
Die wiederkehrenden Stufen benennen, statt Beträge aufzuzählen. Blender, Godot und Krita fahren alle dieselbe Monatsleiter von 5, 10, 25, 50, 100 und 250 Euro unter den Namen Bronze, Silver, Gold, Platinum, Titanium und Diamond, und alle drei ändern die Überschrift zu „Become a Gold member“, sobald eine Stufe gewählt ist192635.
Die Gegenleistung für die Dauerspende an eine sichtbare Schwelle legen und sie im Produkt einlösen. Godots Stylesheet schaltet den Namen ab Gold bei 25 Euro und den Link ab Titanium bei 100 Euro frei, und die ausgelieferte DONORS.md nennt 329 Einzelpersonen hinunter bis Gold, während sie allen darunter in einem einzigen gemeinsamen Satz dankt2728. Zig macht dasselbe bei 50 US-Dollar im Monat, mit einer namentlichen Liste in jedem Release-Dokument4947.
Eine wiederkehrende Stufe danach auszeichnen, was sie kauft, und nicht danach, was sie kostet. Zigs Leiter lautet bei 50 US-Dollar „This funds one hour of paid developer work per month“ und bei 100 US-Dollar „With just 40 other people donating this amount, it would be enough to hire someone“49.
Der Bitte um eine Dauerspende einen Grund geben, der von Unabhängigkeit handelt und nicht von Not. Zig wiederholt denselben Satz über drei Flächen hinweg: „This is our favorite kind of donation because it helps diversify ZSF's income, keeping us free from undue influence from any single party.“48.
Die Lücke veröffentlichen und nicht nur die Summe. Djangos Fortschrittsbalken zeigt „44% funded“, das Ziel und „To reach our goal, we should have raised $319,178 by this point“41. Godot veröffentlicht eine Seite, die erklärt, wie der eigene Zähler gerechnet wird und was er auslässt29.
Sagen, was Geld nicht kauft. Blender sagt, dass Entscheidungen über Fördermittel bei der Stiftung liegen, Django beruft stimmberechtigte Mitglieder für Beiträge und nicht für Geld, und Ladybird verkauft die Abwesenheit von Einfluss als das Angebot: „Board seats and other forms of influence are not for sale, and sponsors have no say in our technical roadmap or product direction.“234253.
Einen nicht gemeinnützigen Status klar benennen statt zu schweigen. Blender: „Blender is not an official recognized charity (*), for that reason donations do not offer tax benefits“. Krita: „The Stichting Krita Foundation is a Dutch non-profit but not a charity (ANBI). Gifts are not tax-deductable.“2333.
Eine gelistete Person anonym bleiben lassen, ohne sie aus der Liste zu nehmen. Open Collectives Inkognito-Option lautet „Stay Anonymous. The amount you give will be public, but your name and details will not.“, und Godots eigene Spendendatei schliesst ihren namentlichen Abschnitt mit „And 110 anonymous donors“11428.
Anerkennung verfallen lassen, statt sie anzuhäufen. Djangos Listung auf Leadership-Ebene verlangt, dass eine spendende Person „have donated in the last 365 days“, und Ladybirds Sponsoring „run for one year“, mit einer eigenen Seite, die abgelaufene Sponsoren bewahrt4153.
Grosse Spendende am Zahlungsdienstleister vorbeischicken. Krita sagt europäischen und grossen Spendenden, dass „it will usually be best to use a direct bank transfer, to avoid Paypal's fees“, Blender veröffentlicht seine IBAN mit dem Hinweis, dass Überweisungen von ausserhalb der EU rund 10 US-Dollar kosten, und Ladybird deckelt sein Formular bei 999 US-Dollar und bittet grössere Spendende um Kontaktaufnahme3311553.
Ein paar Tage vor jeder wiederkehrenden Belastung erinnern. Mollies eigene Dokumentation zu wiederkehrenden Zahlungen empfiehlt, ein paar Tage vor der nächsten Zahlung zu benachrichtigen, etwa per E-Mail, und zwar ausdrücklich als Schutz gegen Rückgaben85.
Niemals eine Spendenquittung oder steuerliche Abzugsfähigkeit versprechen, ohne dazu berechtigt zu sein. Die Berechtigung ruht auf einem Freistellungsbescheid oder einer Feststellung nach § 60a, die eine Körperschaft hält, so § 63 Abs. 5 AO97, und die Ausstellung einer unrichtigen Bestätigung trägt eine Haftung, die § 10b Abs. 4 EStG auf 30 % des Betrags festsetzt91. Spendende können die Berechtigung inzwischen selbst im Zuwendungsempfängerregister nachsehen100.
Klar sagen, dass es keine Gegenleistung gibt, wenn es keine gibt. Der umsatzsteuerliche Test in Abschnitt 10.2 UStAE hängt daran, ob die empfangende Seite „erkennbar um der Gegenleistung willen“ leistet und ob die zahlende Person einen „sonstigen Vorteil“ erhält, ein Text der Form „Unterstützende bekommen X“ verändert die Beurteilung also, während ein Text, der festhält, dass es keine Gegenleistung gibt, die Lesart als echter Zuschuss stützt110.
Eine Transparenz-Selbstverpflichtung beschreiben und keine Prüfung nahelegen. Die Initiative Transparente Zivilgesellschaft verbietet ihren Unterzeichnern die Wörter „Zertifikat“ und „Siegel“ und erlaubt nur Formulierungen wie „Wir erfüllen die Anforderungen der Initiative Transparente Zivilgesellschaft“111. Dieselbe Unterscheidung gilt für jede selbst erklärte Transparenzaussage.
Banner und Formular als einen Trichter testen. Die Kampagnenkonfiguration von Wikimedia Deutschland weist die A/B-Gruppen über einen URL-Parameter zu, den das Banner setzt, mit param_only: true, sodass eine Variante beide Flächen umspannt13.
Die Zahlen veröffentlichen. Wikimedia veröffentlicht tägliche Spendendaten und einen vollständigen A/B-Datensatz, Thunderbird veröffentlicht Verteilungen der Gaben bis hinunter zur Zahl der Gaben über 1.000 US-Dollar, und beide behandeln diese Offenheit als Teil der Bitte und nicht als getrennte Pflichtübung572.
Quellennachweis
Einhundertfünfzehn Quellen, in der Reihenfolge ihres Auftretens.
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